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Lob für Schüler und Bürgermeister

Stadthagen / Claude Lanzmann Lob für Schüler und Bürgermeister

Viel Zeit genommen hat sich Claude Lanzmann bei seinem Eintrag in das „Goldene Buch der Stadt“. Stadthagen habe ihn tief beeindruckt, schrieb der Regisseur des bedeutenden Dokumentarfilms „Shoah“, der tags zuvor im Ratsgymnasium mit Jugendlichen über sein Leben und den Holocaust diskutiert hatte.

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Stadthagen (lmh). „Intelligenz geatmet“ habe die gesamte Veranstaltung, übersetzte Dolmetscher Pierre Castagnet, und Lanzmann habe das Gefühl gehabt, nicht die Besten Deutschlands vor sich zu haben, sondern die Besten der Humanität. Auch für Bürgermeister Bernd Hellmann gab es ein schriftliches Lob von dem 85-jährigen Franzosen: „Die Bürger von Stadthagen haben viel Glück, so einen Bürgermeister zu haben.“ Die Bereitschaft zur Aufarbeitung der Vergangenheit berühre sein Herz.

Die aktuelle Lage Stadthagens und Schaumburgs hatte Hellmann zuvor nicht nur geografisch, sondern auch in Sachen Erinnerungskultur des Holocausts verortet. Nicht unerwähnt ließ der Bürgermeister dabei die rechtsradikale Szene, die der jährliche Trauermarsch in Bad Nenndorf anzieht. „Es gibt aber auch eine sehr starke bürgerliche Gesellschaft, die sich organisiert und dagegenstellt“, betonte er.

Sehr interessiert ließ Lanzmann sich von Jürgen Lingner über das Projekt der „Stolpersteine“ berichten. Der Arbeitskreis des Fördervereins ehemalige Synagoge Stadthagen hat gemeinsam fünf Biografien von deportierten, teils zu Tode gekommenen Stadthäger Juden aufgearbeitet. Die so gesammelten Lebensdaten graviert der deutschlandweit tätige Künstler Gunter Demnig auf kleine Messingplatten. Am 6. Oktober verlegt er die ersten fünf dieser „Stolpersteine“ in Stadthagen vor den ehemaligen Wohnhäusern der NS-Opfer. Lanzmann, der sich als Regisseur und Journalist von jeher für die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit einsetzt, zeigte sich entzückt von dem Projekt und wünschte sich ein Foto von der Aktion.

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