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Stadthagen Stadt Lusthaus-Sanierung wird 100.000 Euro teurer
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Lusthaus-Sanierung wird 100.000 Euro teurer
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17:09 21.02.2018
Während der Sanierungsarbeiten ist von dem Lusthaus im Stadthäger Schlossgarten nicht viel zu sehen. Quelle: rg
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Stadthagen

Man habe eingangs nicht mit der Notwendigkeit gerechnet, zwischenzeitlich eine Stützkonstruktion einbauen zu müssen.

 Indessen kommt die Sanierung des Lusthauses im Schlossgarten gut voran. Nach Auskunft von Hegemann ist die aufwendige Restaurierung des Fachwerks mittlerweile abgeschlossen. Nächster Arbeitsschritt ist das Ausmauern der Gefache. Hegemann ist zuversichtlich, dass die geplante Fertigstellung im Spätsommer zeitlich eingehalten werden kann.

 Die stark maroden Balken des Fachwerks mussten zum einen Teil ersetzt, zum anderen grundlegend saniert werden. Aufwendig war das Restaurieren und Neuschnitzen der Verzierungen. Um das Gebäude während der Fachwerkarbeiten statisch zu sichern, musste eine aufwendige Stützkonstruktion eingebaut werden. Diese wird nach Angaben von Hegemann in den nächsten Tagen wieder abgebaut.

Ananas wird derzeit restauriert

In den vergangenen Wochen sind laut Hegemann Teile der Beton-Bodenplatte neu gegossen worden. Zudem wurden die Sandsteinstützen, auf denen das Lusthaus im Wasser steht, stabilisiert. „Die Stützen sind miteinander verdübelt worden“, konkretisiert der Bauamtsleiter.

 Das Dach hat mittlerweile eine neue Lattung erhalten, die roten Biberschwanz-Ziegel sind schon zum Teil aufgebracht. Die aus der Renaissance-Zeit stammende Dachbekrönung, eine Ananas, wird derzeit noch in einer Werkstatt restauriert. „Diese soll vergoldet und dann zurück auf die Dachspitze verfrachtet werden“, berichtet Hegemann.

 In den kommenden Wochen beginnt die Ausmauerung des Fachwerks. Die alten Steine können dafür laut Bauamtsleiter nicht verwendet werden. Diese waren bei einer früheren Sanierung genutzt worden und bestanden aus Gasbeton. „Das war bauphysikalisch ganz schlecht, denn dieses Material bindet Wasser und hat für die vielen morschen Balken gesorgt“, erläutert Hegemann. Insofern werden neu gefertigte Lehmziegel verwendet.

Erker komplett abgebaut

Bei Decken-Arbeiten war wie berichtet unter der barocken Decke eine alte Renaissance-Holzkassettendecke mit etlichen Verzierungen freigelegt worden. Doch über diese wird man wieder die Barock-Decke legen, so Hegemann. Dafür gibt es zwei Gründe. Die Restaurierung der Renaissance-Decke wäre außerordentlich kostenträchtig und würde den finanziellen Rahmen sprengen. Zudem seien an den Wänden innen Dämmung, Wandheizung und Putz geplant. „Und die verputzte Barockdecke mit ihren runden Korbbögen in den Ecken wird besser mit diesen Wänden korrespondieren“, schildert Hegemann.

 Der geräumige Erker an der Ostseite des Lusthauses war komplett abgebaut worden. „Der war völlig dahin“, schildert der Bauamtschef. Das Bauteil befinde sich derzeit in einer Werkstatt und werde komplett saniert. Später soll der Erker wieder angebaut werden. ssr

Die Geschichte des Lusthauses in Bildern gibt es hier.

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