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Stadthagen Stadt Mangelware
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00:16 26.06.2017
Kleine Wohnungen sind rar in der Kreisstadt. Quelle: rg
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STADTHAGEN

Wie Buhr berichtet, gebe es derzeit für jede freie Ein- oder Zweizimmer-Wohnung „so um die 30 Bewerber“. Er bewerbe kleinere Wohnungen schon gar nicht mehr, fügt der Makler hinzu, „die gehen vielmehr sofort an jemanden auf der Warteliste weg“. Speziell bei kleineren Wohnungen bis 65 Quadratmeter „kommen wir hinter dem Bedarf momentan überhaupt nicht her“, bestätigt Winkelhake. Die Fälle nehmen zu, in denen er als Makler von Mietern beauftragt werde, für sie eine Wohnung zu suchen, obwohl diese dann die Makler-Courtage entrichten müssen.

Single-Haushalte nehmen zu

Ursache sei der immer stärker ansteigende Anteil an Single-Haushalten. „Die machen in Stadthagen schon knapp 40 Prozent aus“, weiß Winkelhake. Dazu komme der Bedarf, den der starke Zuzug an Geflüchteten gerade mit Blick auf kleinere und preisgünstige Wohnungen verursacht: „Das spielt bei der Knappheit in diesem Segment durchaus eine große Rolle“, so Winkelhake.

Doch auch bei größeren Wohnungen ab drei Zimmern sieht die Lage in der Kreisstadt „nicht sehr viel entspannter aus“, wie Winkelhake formuliert. Eine der Ursachen sei, dass immer mehr Menschen aus umliegenden Dörfern in die Kreisstadt wollen. Aber auch aus den Ballungsräumen Hannover oder Ostwestfalen kämen viele Interessenten, weil die dortigen Mieten viel höher seien. Mieter seien angesichts der akuten Lage zunehmend bereit, um überhaupt etwas zu bekommen, auch ins dörfliche Umland zu gehen – eigentlich gegen den Trend.

Mitpreise werden steigen

Den durchschnittlichen Mietpreis in Stadthagen bezifferte Winkelhake auf „sechs bis sieben Euro“ pro Quadratmeter. Auch für fünf Euro sei schon Wohnraum anzumieten, „aber das ist dann eine sehr einfache Ausstattung und liegt in der Regel in Ortsrandlage“. Hingegen gebe es auch Mietpreise zwischen acht und neun Euro, fügt Buhr hinzu, das betreffe Neubauten mit gehobener Ausstattung wie Fahrstuhl und bester Dämmtechnik. Angesichts des auf mittlere Sicht knappen Mietwohnraums sagt Winkelhake vorher: „Die Mietpreise werden in den kommenden Jahren hier deutlich steigen.“

Der Mangel an Mietwohnraum, speziell an preisgünstigen und kleineren Wohnungen, sei eine Folge „der fehlgeleiteten Wohnbaupolitik der vergangenen Jahre“, ist Buhr überzeugt. Der absehbare Bedarf sei „schlicht verpennt“ worden. Das sieht auch Winkelhake so: „Im Mietwohnungsbau ist in den letzten Jahren nicht viel passiert, das rächt sich jetzt.“ Darüber hinaus ist Buhr der Meinung, dass „potenzielle Investoren durch die neue Mietpreisbremse abgeschreckt werden“. ssr

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