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Mann mit Neunjähriger im Doppelbett

Stadthagen/Bückeburg / Vor Gericht Mann mit Neunjähriger im Doppelbett

Ein Stadthäger (45) findet nichts dabei, mit einer Neunjährigen aus der Verwandtschaft seiner Verlobten im Doppelbett zu schlafen, während die Lebensgefährtin sich abends aufs Sofa legt. Gern nimmt er das Mädchen vorm Einschlafen in den Arm, streichelt die Beine der Schülerin, krault ihr auch den Rücken. Solche Einschlafrituale „mögen ja viele Kinder“, glaubt der 45-Jährige.

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Quelle: dpa

Stadthagen/Bückeburg (ly). Die Rechtsanwältin Maxie Böllert-Staunau kann es kaum fassen. „Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass mein Patenkind mit meinem Mann im Bett schläft“, sagt sie. In einem Missbrauchsprozess, der gestern vor dem Landgericht in Bückeburg begonnen hat, vertritt Böllert-Staunau die Nebenklage und damit das mutmaßliche Opfer.
Um Kraulen, Streicheln und Ankuscheln geht es in dem Prozess weniger, auch wenn derlei Zärtlichkeiten zwischen Kindern und Erwachsenen, die sich nicht besonders nahe stehen, völlig deplatziert wirken mögen. Es geht darum, dass der Stadthäger die Neunjährige auch im Intimbereich angefasst haben soll, verbunden „mit einem Eindringen in den Körper“, wie es in der Anklageschrift heißt. Als die Schülerin laut „Stopp!“ gerufen habe, soll der erwachsene Mann allerdings von ihr abgelassen haben. Weil es am nächsten Tag offenbar ins Schwimmbad gehen sollte, hatte das Mädchen am Abend zuvor in der Wohnung des Paares übernachtet. Als Tatzeit nimmt die Anklage August 2011 an.
Ob es so war, muss die 1. Große Jugendkammer, besetzt mit vier Richtern, an voraussichtlich drei Verhandlungstagen klären. Die vorsitzende Richterin Birgit Brüninghaus hat sechs Zeugen sowie einen Gutachter geladen, der die Glaubwürdigkeit des Mädchens beurteilen soll. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe von Staatsanwalt Frank Hirt vehement, er kann sich die Darstellung nach eigenen Angaben nicht erklären.
„Ich war fix und fertig, als ich da gesessen habe“, erinnert sich der Stadthäger und meint die Polizeiwache. Gewundert haben will er sich auch über einen Anruf des Vaters. „Ich soll seine Tochter befummelt haben.“ Vor Gericht berichtete der 45-Jährige gestern sinngemäß, dass ihm die Sache auch gesundheitlich zugesetzt habe.
Kommt es zum Schuldspruch im Sinne der Anklage, droht dem Angeklagten eine Freiheitsstrafe von mindestens zwei Jahren. Ein Freispruch erscheint ebenfalls denkbar. Dem Vernehmen nach könnte das Gutachten günstig für den Stadthäger ausfallen, auch wenn sich die Kammer darüber hinwegsetzen kann. Für die Vernehmung des Mädchens hat das Gericht die Öffentlichkeit gestern ausgeschlossen.

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