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Markthallen-Idee stößt auf Ablehnung

Lieber nicht! Markthallen-Idee stößt auf Ablehnung

Eine Markthalle in der Innenstadt, in der lokale Hofläden und andere Lebensmittel-Anbieter ihre Produkte anbieten können: Bei den Beschickern des Wochenmarktes stößt die Idee von Bürgermeister Oliver Theiß und Wirtschaftsförderer Lars Masurek vorwiegend auf Unverständnis und Ablehnung.

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Ist ein zusätzliches Kaufangebot notwendig? Dreimal in der Woche haben Stadthäger und Besucher die Gelegenheit, sich auf dem Wochenmarkt mit frischen Lebensmitteln zu versorgen.

Quelle: sk

Stadthagen. Auch wenn eine solche Markthalle nur an Tagen geöffnet sein soll, an denen in Stadthagen kein Wochenmarkt stattfindet. Eier, Frischgeflügel und Honig verkauft Werner Rohde auf dem Stadthäger Wochenmarkt und das bereits seit 20 Jahren, dreimal in der Woche: dienstags, donnerstags und sonnabends.

Dass er sich an einer Markthalle an den restlichen Tagen beteiligen würde, kann sich der Marktbeschicker aus Hille überhaupt nicht vorstellen und meint auch für seine Kollegen auf dem Markt zu sprechen: „Das lohnt sich für keinen Beschicker.“ Bereits drei Tage Markt seien zuviel für Stadthagen. „Der größte Blödsinn!“ wertet eine Kundin, die bei Rohde just ein Packung Eier erwirbt und in der Zeitung von der Markthallenidee gelesen hatte.

„Nein, lieber nicht“, wägt Jetton Nosha vom Obst- und Gemüsestand der Bella Frutta GmbH ab. Er sieht in einer Markthalle Konkurrenzgefahr für den Wochenmarkt. Es sei eine Frage, ob so ein Hallenverkauf an den wochenmarktfreien Tage wirklich notwendig sei.

"Wir haben unsere Stammkunden"

Der Mitbewerber auf der anderen Marktseite winkt bei dem Gedanken an eine Markthalle, die sein Unternehmen mitbestücken könnte, ab: „Wir sind voll ausgebucht, sind jeden Tag woanders“, erklärt Raffaele Santangelo. Dass eine Markthalle dem Wochenmarkt gefährlich werden könnte, „glaube ich nicht. Wir haben unsere Stammkunden“, sagt der Obst- und Gemüsehändler aus Bad Münder, der seit 1974 seinen einige Meter langen Stand auf dem Stadthäger Wochenmarkt aufschlägt. Santangelo nimmt wahr, das insgesamt weniger Kunden kommen und diese auch nicht mehr so viel Muse für den Markt mitbrächten.

Vor allem seit die großen Industriebetriebe aus Stadthagen weggegangen sind, seien viele Stadthäger zum Beispiel in Hannover tätig und kauften dort ein. Für den Wochenmarkt in der Kreisstadt hätten sie nicht mehr so viel Zeit, höchstens am Sonnabend. Darum lohne sich eine Markthalle wahrscheinlich nicht.

„Bringt nichts“, sagt Neda Paydar zur Idee von Bürgermeister und Wirtschaftsförderer. Drei Tage Markt seien genug. Der Isernhagener, der seine griechischen Spezialitäten unter anderem auch in Bad Nenndorf und Braunschweig anbietet, fürchtet keine Konkurrenz durch eine Markthalle.

Karin Behling, Mitarbeiterin im Wunstorfer Fischhandel von Stefan Schweer, der mit einem Wagen auf dem Stadthäger Markt vertreten ist, bezeichnet die Markthalle als „Quatsch, der größte Humbug des Jahrhunderts.“

Es würden sich wohl nur wenige Beschicker finden

Eine „Super-Idee“ nennt Rudi Wiegert-Würffel spontan das Ansinnen des Bürgermeisters, meint dies allerdings ironisch und fügt an: „Wenn er Geld verbrennen will.“ Eigentlich, führt der Mittelbrinker in seinem Bio-Käsestand aus, sei so eine Markthalle gut für den Endverbraucher. Allerdings würden sich wohl wenig Beschicker finden, und es würde eine lange Zeit dauern, bis das Kaufangebot akzeptiert würde.

Wenn es darum ginge, privaten Erzeugern eine Möglichkeit zum Verkauf zu geben, könne man doch auf dem Wochenmarkt eine Ecke einrichten. sk

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