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Marschieren statt servieren

Stadthagen Marschieren statt servieren

Beim 620. Stadthäger Bürgerschützenfest im kommenden Jahr wird es aller Voraussicht nach noch kein Frauenrott geben. Zumindest schloss das Festkomitee des Historischen Stadthäger Schützenfestes in seiner jüngsten Sitzung eine Entscheidung zum Thema aus.

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Aufmarsch an der Schützenfront vor dem Alten Rathaus: Die Frauen übernehmen das Kommando. Traditionsbewusst mit Zylinder und in Schwarz, aber körperbetont, und mit pinkfarbenem Holzgewehr. So sieht SN-Karikaturist Heinrich Schwarze-Blanke das Szenario, falls die Stadthäger Männerbastion Schützenfest fällt. Initiatorin Simone Mensching hat bereits eine Gruppe Unterstützerinnen um sich geschart.

Quelle: Heinrich Schwarze-Blanke

Stadthagen. Das berichtete auf Anfrage Volker May, der Geschäftsführer des Festkomitees. Das sechsköpfige Gremium könne eine solche Entscheidung schlichtweg nicht allein treffen. „Alles, was wir sagen, kann uns negativ ausgelegt werden“, begründet May.
Vielmehr sollten die Schützenbrüder selbst darüber abstimmen, ob künftig auch Frauen an den Feierlichkeiten teilnehmen dürfen. Dazu will das Komitee während des Schützenfestes im kommenden Jahr in den Rotts Abstimmungskarten verteilen lassen.
Mit der namentlich erfassten Meinungsbekundung soll ausgelotet werden, ob aus der Männerdomäne eine Veranstaltung für beide Geschlechter wird. „Ich denke das wird schwierig mit unserer 620-jährigen Tradition, wenn die Frauen mitfeiern“, lässt May persönlich Skepsis erkennen. Bisher sind sie bekanntlich nur als „Schmierweiber“ zur Bewirtung der Männer hinter den Kulissen zugelassen.
Eine Regelung, wie mit dem Ergebnis einer solchen Abstimmung umgegangen werden soll, gibt es nicht, sagt May. Sollten sich zwei Drittel der Befragten für die Teilnahme von Frauen an der Traditionsveranstaltung aussprechen, werde dies wohl auch vom Festkomitee umgesetzt. Auf die Frage, was bei einer knappen Pro-Frauenrott-Mehrheit geschehe, wollte May nicht antworten.
„Zuerst einmal müssten die Frauen dem Festkomitee ein Konzept vorlegen, wie sie sich ihre Beteiligung im Detail vorstellen. Bisher seien hier noch viele Fragen offen. So zum Beispiel, ob es zusätzlich ein reines Frauenrott geben soll und in welcher Quartierschaft dieses einzuordnen sei. Alternativ könnten sich die Frauen den bestehenden Rotts anschließen. Dann aber müsse wohl in jedem Rott auch eine Damentoilette eingerichtet werden, gibt May zu bedenken.
In einem Rundfunkbeitrag zu diesem Thema sagte er jüngst: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Frauen wie die Männer mit Zylinder, schwarzem Anzug und Holzgewehr durch die Stadt marschieren.“ on

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