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Mehr Personal in Kindergärten

Versorgung Mehr Personal in Kindergärten

Heimische Kindergärten haben nicht zuletzt wegen der Flüchtlingskinder erhöhten Personalbedarf. Aus dem enstprechenden Fördertopf des Landes gehen 2017/2018 1,8 Millionen Euro nach Schaumburg.

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Stadthagen. Die St.-Martini-Gemeinde als Träger der Kita Regenbogenhaus in Stadthagen hat wie berichtet bereits vergangenes Jahr einen Antrag auf mehr Personal gestellt. Zuletzt hatte der Ausschuss für Schulen und Kindergärten Anfang Mai über den Antrag beraten und diesen zurückgestellt – mit dem Hinweis auf die Mittel des Landes zur Verbesserung der Qualität in Kindertagesstätten (QuiK). Davon soll ein Großteil der Kindergartengruppen im Landkreis profitieren.

Denn nicht nur die Kita Regenbogenhaus hat einen erhöhten Bedarf an pädagogischen Kräften – nicht zuletzt aufgrund der Herausforderungen durch die vielen Kinder mit Fluchterfahrung. Vor diesem Hintergrund hat der Landkreis für seine jüngste Bedarfsabfrage im Frühjahr erstmals explizit nach der Anzahl der Kinder aus Familien gefragt, in denen nicht überwiegend Deutsch gesprochen wird.

Anfang Juni hatte das Land wie berichtet bekannt gegeben, in den kommenden fünf Jahren insgesamt 300 Millionen Euro für mehr Personal in Kindertagesstätten zu investieren. Der Landkreis erhält aus dem Topf für 2017/2018 1,8 Millionen Euro. Doch wie profitieren die Mitarbeiter in den Kitas davon? Aktuell noch gar nicht, denn es ist vollkommen offen, wann der Bewilligungsbescheid des Landes eintrifft, wie Jugendamtsleiter Hans-Ulrich Born im SN-Gespräch erklärt. Vergangene Woche hat der Landkreis als Jugendhilfeträger den Antrag beim Land eingereicht. Vorausgegangen ist eine Versammlung mit einem Teil der 44 involvierten Träger. Schließlich galt es, Kriterien zu erarbeiten, welche Einrichtung wie viel aus dem Fördertopf bekommt.

Für eine allgemeine Verbesserung der Qualität in den Kitas sollen alle 86 förderberechtigten Kindergartengruppen (Drei- bis Sechsjährige) für zwei Stunden in der Woche Zuwendungen für zusätzliches Personal erhalten. „Die Kitas, in denen zehn Prozent aller Kinder einen Migrationshintergrund haben, erhalten weitere zwei Stunden pro Woche mit Schwerpunkt Integration“, erklärt Born. Bei mehr als 20 Prozent sind es zusätzlich vier Stunden; wenn die Hälfte der Kinder einen Migrationshintergrund hat, erhält jede Gruppe fünf Stunden dazu.

Ohne auf die einzelnen Träger und Gruppen detaillierter einzugehen, ist für den Jugendamtsleiter klar, dass in den Ballungsgebieten Stadthagen, Bückeburg und Rinteln der größte Bedarf vorhanden sein wird.

In den Stadthäger Kitas, die in der Trägerschaft der Stadt sind, ist der Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund unterschiedlich hoch. Von 117 Kindern im Herminenstift beispielsweise haben 89 ausländische Wurzeln; im Jägerhof sind es 50 von 82; in der Kinderwelt hingegen nur eins von 48. Zum Stichtag 31. Juli gab es im Landkreis 4195 Kinder in Kindergartengruppen, davon 764 Kinder mit Migrationshintergrund. 86 von insgesamt 192 Gruppen können von der Förderung profitieren.

Die spannende Frage werde laut Born sein, wie viele Einrichtungen die Förderung in Anspruch nehmen werden. Denn gerade für kleinere Kitas werde es schwer, Personal für die zusätzlichen Stunden zu bekommen. „Wir werden die Träger in dieser Hinsicht beraten, dass sie sich vielleicht auch untereinander abstimmen. Wir zielen auf eine möglichst praxisnahe Lösung.“

Das Land habe es den Trägern insofern leichter zu machen versucht, indem auch Sozialassistenten in der Ausbildung für die Personalaufstockung herangezogen werden können. „Das Land hat auch erkannt, dass Erzieher endlich zur Verfügung stehen und man sich dort öffnen muss.“

Noch nicht geklärt sei, ob das Geld, das nicht abgefragt wird, zurückgezahlt werden muss oder auf andere Einrichten verteilt werden darf. Denn dass in diesem Bereich das Geld immer knapp ist, hat sich nicht zuletzt bei der Resolution gezeigt (wir berichteten), die alle Kommunen und Gemeinden des Landkreises verabschiedet haben.

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