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„Mein Ding ist das konzeptionelle Arbeiten“

Bürgermeister Oliver Theiß im Gespräch „Mein Ding ist das konzeptionelle Arbeiten“

Zur Jahreswende blickt Oliver Theiß auf genau zwei Monate im Amt des Stadthäger Bürgermeisters zurück. Wie er diese Anlaufphase erlebt hat, schildert der Parteilose im SN-Interview.

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Bürgermeister Oliver Theiß stellt sich den Fragen der SN.

Quelle: rg

Stadthagen. Herr Theiß, wie haben Sie ins neue Amt hinein gefunden, wie fühlt sich das an auf dem Stuhl des Bürgermeisters?
Ich fühle mich da sehr wohl. Die Einarbeitung wurde mir von der Verwaltung sehr leicht gemacht. Ich bin offen empfangen worden. In die täglichen Abläufe habe ich mich schnell eingefunden. Dazu haben meine Vorzimmerdame und die Fachbereichsleiter maßgeblich beigetragen.

Was ist anders als Sie es erwartet hatten?
Ich bin da ohne konkrete Vorerwartungen heran gegangen. Ich wusste, dass es anders werden würde als in meiner bisherigen Tätigkeit als Rechtsanwalt, aber ich wusste nicht auf welche Weise anders. Der größte Unterschied ist, dass mir die Arbeit am Detail von den Fachbereichen abgenommen wird. Ich bin also sehr stark koordinierend und lenkend tätig.

Was ist das größte Problem, auf das Sie bisher gestoßen sind?
Dass ich in sehr vielen Gremien wie Aufsichtsräten und Gesellschafterversammlungen bin und dort auch Verantwortung übernehmen muss bei einer jeweils sehr kurzen Einarbeitungszeit. Ich weiß aus anwaltlicher Sicht, dass da auch Haftungsfragen eine Rolle spielen. Das ist schon ein Problem.

Wie lösen Sie das?
Indem ich mich so intensiv wie möglich auf die Sitzungen vorbereite und versuche, mir schnellstmöglich einen Überblick zu verschaffen.

Zu Ihren Aufgaben gehört auch das Wahrnehmen von Repräsentationsterminen. Macht Ihnen das Spaß, ist das „Ihr Ding“?
„Mein Ding“ im Bürgermeisteramt ist das konzeptionelle Arbeiten. Das ist es, was ich richtig spannend finde. In die repräsentativen Aufgaben habe ich mich hineingefunden. Die machen mir aber Spaß, weil sie in den meisten Fällen einen direkten Draht zu Bürgern ermöglichen. Man ist also mit dem Ohr dicht bei den Bürgern und bekommt eine Menge an Rückmeldungen, was sehr positiv ist.

Wie kommen Sie damit klar, dass Sie jetzt viel stärker im Licht der Öffentlichkeit stehen?
Das ist tatsächlich eine neue Dimension für mich. Daran muss ich mich erst gewöhnen, dass ich jetzt anders wahrgenommen werde. Bisher ist die Trennung von Privatleben und Bürgermeisteramt aber ganz gut gelungen. Auch als Anwalt war ich schon daran gewöhnt, frühzeitig abzuwägen, welche Argumente ich bringe und wie die wirken werden. Diese frühzeitige Abwägung, wie Handlungen und Worte wirken, ist jetzt aber noch viel wichtiger geworden. Ich denke viel darüber nach, wie ich mich in der Öffentlichkeit verhalte und was ich sage. Ich weiß, dass ich wegen meiner Parteilosigkeit unter besonderer Beobachtung stehe.

Wie gehen Sie damit um, dass Sie im Rat keine Fraktion hinter sich haben?
Das sehe ich bisher nicht als problematisch an, weil ich völlig ungebunden bin. Ich weiß aber, dass ich mir für eigene Vorschläge Mehrheiten suchen muss. Das ist das Spannende an meiner Situation. Das beinhaltet aber auch Vorteile: So kommen meine Vorschläge auf den Prüfstand und können Verbesserungen erfahren. Nach meinen bisherigen Eindrücken gehe ich nicht von einer Blockadepolitik aus. Vielmehr haben mir alle Fraktionen die Bereitschaft zur Zusammenarbeit signalisiert.

Als Rechtsanwalt waren Sie bisher eher Einzelkämpfer, im Rathaus ist aber Teamwork angesagt.
Wer mich kennt, weiß, dass ich schon immer gern im Team gearbeitet habe, mich gut in Gemeinschaften einfüge. Damit habe ich überhaupt kein Problem.

Zum Schluss noch ein Blick hinein ins kommende Jahr. Welches sind die drei wichtigsten Themen, die es aus Ihrer Sicht zuerst anzupacken gilt?
Da sind erstens die Planungen für ein Facharzt-Zentrum, verkoppelt mit der Nachnutzung für das Krankenhaus-Areal. Dann steht auch der Umgang mit der Tropicana-Umfrage an. Und schließlich geht es um die Attraktivitätssteigerung der Altstadt, das ist verbunden mit Stichworten wie Kopfsteinpflaster, städtisches Entwicklungskonzept und innerstädtische Verkehrsführung.

 Interview: Stefan Rothe

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