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Messerstecher droht Abschiebung

Iraker kassiert Quittung für Gewalttaten Messerstecher droht Abschiebung

Richter Kai Oliver Stumpe hat sich bei einem Prozess gegen einen 20-jährigen Iraker aus Stadthagen von der harten Seite gezeigt: „Die deutsche Gesellschaft braucht Sie hier nicht mehr“, war sich der Jurist bei der Urteilsbegründung sicher. Man werde dafür sorgen, dass der Verurteilte abgeschoben wird, sobald er seine Strafe abgesessen hat.

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Stadthagen (js). Dem Angeklagten wurden gleich mehrere Delikte vorgeworfen, die insgesamt sieben Stunden Verhandlungszeit und die Vernehmung von ebenso vielen Zeugen erforderten. Im Zentrum des Prozesses stand ein gründlich schiefgelaufener Drogendeal vom 1. Juli 2014 auf dem kleinen Parkplatz am Kaufhaus Hagemeyer.
Nach Worten von Staatsanwältin Karin Dubben hat sich der Angeklagte dort in Anwesenheit von zwei Kumpels mit einem 28-jährigen Türken getroffen, der vom Angeklagten Drogen kaufen wollte. Allerdings verlief bereits das vorherige Telefonat sehr hitzig, da der Beschuldigte seinen Kunden immer wieder vertröstete.
Beim Treffen entlud sich die Aggression, der 20-jährige Beschuldigte gestand, den 28-jährigen potenziellen Abnehmer mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben. Dieser hatte daraufhin seine beiden Brüder zu Hilfe geholt, die zu dem Zeitpunkt in der Commerzbank Geld holen waren – dann eskalierte die Situation.
In der folgenden Rangelei sei es einem der Brüder gelungen, den Angeklagten von hinten zu fassen. Da zückte der 20-Jährige ein Messer und rammte es dem 29-Jährigen etwa zehn Zentimeter tief in den Bauch. Der Verletzte fuhr erschrocken zurück und rief seinen Geschwistern zu, sie sollen fliehen. Einer der jungen Männer konnte nicht rechtzeitig entkommen. Mit voller Wucht stieß der Angeklagte dem Flüchtenden das Messer so tief in den Oberarm, dass die Spitze auf der anderen Seite wieder herausfuhr. Daraufhin wandte sich der Beschuldigte wieder dem ersten Opfer zu, das von einem der Kumpel des Beschuldigten zu Fall gebracht worden war, und stach unterhalb des Schlüsselbeins erneut zu. Dann ließ er von seinem Opfer ab. Die Verletzten mussten im Krankenhaus operiert werden, konnten die Einrichtung jedoch nach wenigen Tagen wieder verlassen.
Der Angeklagte könne sich an die entscheidenden Szenen nicht mehr erinnern, auch seine beiden Kumpel wollen ein Messer nicht gesehen haben. Doch die Wunden der Verletzten und die Aussagen der Brüder ließen nach Ansicht des Richters keinen anderen Schluss zu, als dass der Angeklagte mit dem Messer auf seine Opfer losging.
Doch damit nicht genug: Anfang September vergangenen Jahres soll der damals 19-jährige Angeklagte in einem Geschäft einen Polizeibeamten beleidigt haben. Dieser befand sich zum Tatzeitpunkt außer Dienst und war mit seiner minderjährigen Tochter einkaufen. Dabei fielen wenig schmeichelhafte Sätze wie „Ich ficke deine Familie“ oder „Ohne Uniform bist du nichts, du wirst leiden.“
Der mehrfach straffällig gewordene Iraker hat nach Angaben der Jugendgerichtshilfe eine „extrem unreife und unberechenbare Persönlichkeit“. Alle Erziehungsmaßnahmen seien bisher fehlgeschlagen. Das sahen auch Richter Stumpe und seine Schöffen so. Sie verurteilten den 20-Jährigen zu einer Jugendstrafe von drei Jahren und sechs Monaten wegen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln, gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung/Bedrohung. Damit übertraf Stumpe die Forderung der Staatsanwältin, die zwei Jahre und sechs Monate Haft beantragte. Pflichtverteidiger Marco Schaer wollte dagegen eine Notwehrsituation ausgemacht haben und plädierte auf einen Freispruch.
„Nachdem Sie die helfende Hand der Justiz mehrfach ausgeschlagen haben, trifft sie jetzt die volle Härte des Gesetzes“, sagte Stumpe zum Abschluss des Prozesses. Jetzt könne es nur noch das Ziel sein: Den Beschuldigten einzusperren und ihn dann möglichst schnell abzuschieben.

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