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Stadthagen Stadt Mindestlohn belastet auch Tierheim
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Mindestlohn belastet auch Tierheim
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00:23 08.01.2015
Tierheimleiterin Kerstin Kasser blickt den Herausforderungen des neuen Jahres sorgenvoll entgegen. Quelle: mak
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Stadthagen

Es ist nicht so, dass wir sagen müssten, wir seien pleite und müssen schließen“, sagt Renate Reinnisch, Schatzmeistern des Stadthäger Tierschutzvereins. Das frisch angelaufene Jahr wird trotzdem eine Herausforderung für den Verein: Am 1. Januar 2015 ist in Deutschland in vielen Bereichen der Mindestlohn von 8,50 Euro in Kraft getreten. Das betreffe auch den Tierschutzverein. „Die Gehälter unserer Mitarbeiter werden sich verdoppeln“, wie Reinnisch mit sorgenvoller Miene betont. Das sei nur gerecht in Hinblick auf die geleistete Arbeit, so die Schatzmeisterin, trotzdem könne diese Gesetzesänderung dem Verein finanziell Probleme bescheren.
Aktuell zahlen die 270 Mitglieder des Tierschutzvereins jeweils einen Beitrag von zehn Euro pro Jahr – einen Betrag, den Reinnisch als zu gering bewertet. „Wir können die Leute nicht zwingen, mehr zu zahlen, aber wir würden uns sehr darüber freuen, wenn die Mitglieder freiwillig mehr geben, um das Tierheim zu unterstützen.“
Aber auch die Kommunen, die dem Tierschutzverein finanziell unter die Arme greifen, müssen handeln, meint Kerstin Kassner, die Leiterin des Tierheims. Im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. September 2014 zahlte Nienstädt 3300 Euro, Lindhorst 2900 und Stadthagen 4500 Euro an das Tierheim, damit es in den jeweiligen Kommunen die Fundtiere aufnimmt. Aus Niedernwöhren kamen Anfang des Jahres für das Jahr 2013 10 000 Euro. All das kommt lediglich den Tieren zugute, die die Kommunen als Fundtiere betrachten. An dieser Sichtweise sollte sich dringend etwas ändern, finden Kassner und Reinnisch.
Denn: Nicht nur Fundtiere, die von den Kommunen finanziell unterstützt werden, verursachen Kosten. „Die diesjährige Katzenschwemme hat die Tierarztkosten rasant in die Höhe gehen lassen“, erinnert sich Kassner. Damit trotzdem so viel Geld wie möglich für das Wohl der Tiere übrig bleibt, leisten die Mitarbeiter auch außerhalb ihrer Arbeitszeiten einiges an Einsatz – unentgeltlich. „Die Tiere brauchen auch abends Zuwendung, das schafft man während der gängigen Arbeitszeiten, in denen man sich auch um die Reinigung des Gebäudes kümmern muss, nicht“, sagt Kassner.
Um die finanziellen Herausforderungen, die das neue Jahr mit sich bringt, stemmen zu können, hofft der Tierschutzverein weiterhin auf die starke Spendenbereitschaft der Schaumburger. „Was das angeht, haben wir keinen Grund, uns zu klagen“, sagt Reinnisch dankbar. Konfirmanden, Schüler, Kindergartengruppen, Privatpersonen – sie alle spenden regelmäßig. Für die Tierheimleiterin sind das „Gänsehautmomente“, die sie sich inständig auch für das Jahr 2015 wünscht.

Von Martina Koch

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