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Ministerpräsident Weil besucht Stadthagen

Station bei Kita und SN Ministerpräsident Weil besucht Stadthagen

Bei seiner Stippvisite in Stadthagen hat der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil auch die Schaumburger Nachrichten besucht. Weil lobte die Regionalschau als Vorzeige-Messe und sprach mit Landrat Jörg Farr und dem SPD-Landtagsabgeordneten Karsten Becker über Demografie und Digitalisierung

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Ministerpräsident Stephan Weil (von rechts) im Gespräch mit Landrat Jörg Farr, Marc Fügmann (Schaumburger Nachrichten) und dem SPD-Landtagsabgeordneten Karsten Becker.

Quelle: rg

Stadthagen. 25 Jahre, nachdem der Landkreis Schaumburg durch den massiven Abbau von Industriearbeitsplätzen auf Talfahrt ging, könne inzwischen von einer leichten Aufbruchstimmung gesprochen werden, meint der SPD-Landtagsabgeordnete Karsten Becker. Die damalige „Licht-aus-Stimmung“ sei Vergangenheit. Wie potent sich die Wirtschaft derzeit präsentiert, wird vom 5. bis 7. Mai eindrucksvoll auf der Schaumburger Regionalschau zu sehen sein. Am Montag hat sich Ministerpräsident Stephan Weil schon mal einen Überblick verschafft – in Begleitung von Becker und Landrat Jörg Farr besuchte er die Schaumburger Nachrichten als Veranstalter der Regionalschau.

„Schaumburger Expo“

Mit 220 Ausstellern und rund 60.000 Besuchern ist die Messe – von Weil als „Schaumburger Expo“ bezeichnet – eine der größten ihrer Art in Niedersachsen. Zunehmend ergreifen laut SN-Geschäftsführer Marc Fügmann Unternehmen jeder Größenordnung die sich bietende Chance, sich dort vor Fachkräften und Auszubildenden als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren.
Für Weil ist Demografie eines der zentralen Zukunftsthemen, denen sich die Kommunen stellen müssten. Auch Schaumburg müsse Anstrengungen unternehmen, hoch- und höchstqualifizierte Arbeitskräfte zu sich zu holen.

Mit Blick auf Arbeitsplätze hat Schaumburg auch so schon viel aufgeholt, erklärte Farr. Doch leider seien die großen Einschnitte der Vergangenheit – die Schließung von Otis, Alcatel und großer Produktionsteile bei Faurecia mit dem Verlust von 3500 Arbeitsplätzen – immer noch tief im Bewusstsein verankert. Darüber würden die positiven Entwicklungen, also etwa die 5500 neu entstandenen Arbeitsplätze seit 2009, kaum wahrgenommen.

Die Zahlen belegten es jedoch: Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 6,1 Prozent. Für Weil ein grandioser Erfolg: „Vor zehn Jahren musste man sich große Sorgen um Schaumburg machen. Seit damals ist die Quote um 44 Prozent zurückgegangen. Das war landesweit eine echte Aufholjagd“, lobte Weil.

Gelungene Mischung

Für den Ministerpräsidenten stimmt im Landkreis die Mischung: „Schaumburg steht nicht nur auf einem Bein, sondern hat die Nähe zum Ballungszentrum Hannover und zur A 2 und ist im Bereich Tourismus gut aufgestellt.“ Ein Beispiel für die positive Entwicklung sei der Autositzhersteller Faurecia. Die geschlossene Produktionssparte sei zwar ein großer Verlust gewesen. Umso wichtiger sei es nun, dass das Unternehmen seine geplante Investition (ein für 35 Millionen Euro geplanter Neubau) vorantreibt. Farr: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“ Denn die Ansiedlung neuer Firmen sei das eine, „die Bestandspflege das andere“, so der Landrat.

Auch für ihn profitiert der Landkreis von seiner Lage: „Die A 2 ist unser Zugpferd.“ Außerdem liege Hannover vor der Tür. Die dortige Universität helfe bei der Entwicklung neuer Produkte und Marketingstrategien. „Bei der Regionalschau werden wir einige Beispiele sehen.“ Neben dem Standort sei die Verkehrsinfrastruktur wichtig. „Sorge bereitet uns die niedrige Zahl an Straßenplanern.“ So sei fehlendes Geld heute nicht mehr der Punkt. Weil kennt das Problem aus ganz Niedersachsen. Der Fachkräftemangel ziehe sich durch alle Bereiche. „Man muss die Leute heutzutage direkt von der Uni holen“, steht für Farr deshalb fest.

Zum Kernthema gehört für Weil neben der Demografie die Digitalisierung. „Viele kleine und mittlere Unternehmen wissen nicht, was Digitalisierung für sie bedeutet.“ In diesem Zusammenhang wies Farr auf den geplanten Breitbandausbau hin, der für die Unternehmen sehr wichtig sei. 80 Prozent aller Haushalte im Landkreis hätten bereits schnelles Internet, bis Ende 2018 soll der Rest dazukommen. Am Mittwoch ergeht der Förderbescheid an die Telekom. Dafür stellt das Land 2,6 Millionen Euro zur Verfügung. col

Weil und der blauohrige Hase

Um Informationen zum Thema Kinderbetreuung zu sammeln, hat der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil der Awo-Kindertagesstätte Fasanenweg in Stadthagen am Montag einen Besuch abgestattet.

Besonders beeindruckt zeigte sich Weil bei dem Rundgang in der Ganztagseinrichtung von der Kletterwand und dem Schlafraum: „So etwas sehe ich zum ersten Mal.“ Auf seine Frage, ob die Erzieherinnen Unterschiede in der alltäglichen Arbeit festgestellt hätten, gaben Ulrike Bohnholt-Hasemann, stellvertretende Leiterin, und Sprachfachkraft Carolin Meyer zu, dass dies besonders beim Spielen auffalle. „Viele Kinder können gar nicht mehr richtig spielen, weil sie zuhause nur vor dem Fernseher sitzen“, bedauerte Bohmholt-Hasemann.

Für den hohen Besuch hatten die Kinder nicht nur ein Lied, sondern auch ein Gedicht über einen Hasen mit einem blauen Ohr vorbereitet. Als die Jungen und Mädchen einstimmig das Gedicht vortrugen, überraschte Weil den Nachwuchs: Dem Ministerpräsident war der Vortrag nicht unbekannt, und so stimmte er kurzerhand in die Strophen mit ein.
Zum Abschluss überreichte die fünfjährige Maya dem Ministerpräsidenten noch ein Präsent: Auf einer Leinwand hatten die Kinder den blauohrigen Hasen gemalt. vr

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