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Mischwerk: Entwässerung schadhaft?

Landkreis geht BI-Angaben nach Mischwerk: Entwässerung schadhaft?

Die von der Bürgerinitiative (BI) gemessenen Schadstoffwerte im Oberflächenwasser am Asphalt-Mischwerk werden von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises „ernst genommen“.

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Vor der Zufahrt zum Ahrens-Firmengelände hatte die BI bei Starkregen Wasserproben genommen.

Quelle: rg

STADTHAGEN. Das hat Erster Kreisrat Klaus Heimann auf Anfrage versichert und hinzugefügt: „Das muss aufgeklärt werden.“

Wie berichtet, hatte die BI „Bürgerprotest Stadthäger Asphalt-Mischwerk“ Anfang Juni bei Starkregen vor dem Eingangstor vom Betriebsgelände abfließendes Wasser aufgenommen und von einem Institut untersuchen lassen. Dabei waren bei einigen Schadstoffen drastische Überschreitungen gängiger Grenzwerte festgestellt worden.

„Es wird in Kürze einen gemeinsamen Ortstermin der Unteren Wasserbehörde, des Gewerbeaufsichtsamtes und der Stadtverwaltung geben“, kündigt Heimann an. Unter anderem gelte es dabei aufzuklären, woher das offenbar über den Erdboden ablaufende Wasser komme. Denn an sich verfüge der Betrieb über ein gutes Entwässerungssystem, das die Schadstoffe ausfiltere.

Probleme im Bereich der Zuläufe werden vermutet

„Wir haben erste Hinweise dafür, dass es bei diesem System geklemmt hat“, sagt Bernd Hugo, Leiter der Unteren Wasserbehörde. „Wir vermuten Probleme im Bereich der Zuläufe zur Entwässerung.“ Bestätige sich das, müsse der Missstand durch entsprechende Wartungsarbeiten schnell beseitigt werden, so Hugo. Der Behördenleiter verwies auch darauf, dass die von der BI zugrunde gelegten Grenzwerte „sich auf Qualitätsgewässer beziehen und nicht auf Seitengräben von Straßen“.

Der Leiter des Gewerbeaufsichtsamtes, Achim Henke, sagt: „Ob da etwas Schlimmes vorliegt, wird sich zeigen.“ Iris Freimann, Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters, kommentiert, sie könne die von der BI erhobenen Werte „nicht einordnen“. Beide verweisen auf die vorrangige Zuständigkeit des Landkreises und sicherten die Unterstützung ihrer Behörden bei der Aufklärung zu.

Als „erschütternd und sehr beunruhigend“ wertet Richard Wilmers, Vorsitzender der Ratsgruppe WIR/FDP, die BI-Messergebnisse. Eine Gefährdung der Umwelt und der Bevölkerung sei aus seiner Sicht akut gegeben, so Wilmers: „Die Politik muss Druck ausüben, damit sich in dem Mischwerk etwas ändert.“ Die Ansiedlung des Betriebes sei „ein Fehler“ gewesen, fügt Wilmers hinzu: „Einen solchen Fehler würde unsere Gruppe nicht wiederholen.“

 Keine Stellungnahme der Firma

Der rot-grüne Gruppensprecher Jan-Philipp Beck fordert, dass die Behörden „eigene Wasserproben nehmen, um den Sachverhalt aufzuklären“. Er fügt hinzu: „Wir haben die klare Erwartung, dass dieser Betrieb ganz eng kontrolliert wird.“ Im Falle eines ähnlichen Ansiedlungsbegehrens müsste der Entscheidungsprozess nach Meinung von Beck freilich anders gestaltet werden: „Die Bürger müssten viel stärker mit einbezogen werden.“

Die BI-Messergebnisse zeigten eine „bedenkliche Situation“, kommentiert CDU-Fraktionschef Heiko Tadge. Die Schadstoffe stammten seiner Einschätzung nach nicht unbedingt vom Mischwerk, „die können auch von der Altlast der Georgschacht-Halde kommen“. Die Behörden müssten das rasch aufklären.

Die Geschäftsführung der Mischwerk-Firma Ahrens wollte zu den Vorgängen keine Stellungnahme abgeben. ssr

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