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Mit Glocke generationenfreundlich

Stadthagen / „Weltladen“ Mit Glocke generationenfreundlich

Eine gusseiserne Glocke vor dem Eingang des „Weltladens“ trägt seit einiger Zeit dazu bei, dass auch Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, trotz Stufe in das Geschäft gelangen können.

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Die Glocke teilt Sylvia Thieme (links) und Ursula Biesemeier vom „Weltladen“ mit, wenn am Eingang jemand Hilfe braucht.

Quelle: rg

Stadthagen (kil). Anstoß für diese kleine bauliche Veränderung hat die Bewerbung für das Zertifikat „Generationenfreundliches Einkaufen“ gegeben, mit dem der Laden als 52. Geschäft in der Kreisstadt am Montag ausgezeichnet worden ist.

 Ein orangefarbener Aufkleber am Briefkasten soll den Kunden zeigen: Hier kann ich zum Beispiel auch mit Kinderwagen oder Rollator einkaufen. Zuerst hat Ursula Biesemeier, Leiterin des „Weltladens“ gedacht: „Da brauchen wir uns gar nicht erst zu bewerben“, schließlich gebe es am Eingang eine Stufe und das Gebäude sei denkmalgeschützt. Dann habe sich aber herausgestellt, dass es auch Möglichkeiten gibt, um gewisse Kriterien zu umgehen – darum auch die Glocke, die das Ladenpersonal darauf aufmerksam machen soll, dass am Eingang jemand Hilfe benötigt. Biesemeier persönlich findet die Idee, die dahinter steht, gut. Sie kenne selbst das Problem, „mit Kind und Karre“ beim Einkaufen unterwegs zu sein.

 Günter Raabe, der die Initiative mit Stadtmarketing (SMS), Seniorenbeirat und Stadtverwaltung im Herbst 2011 für die Stadthäger Kaufmannschaft gestartet hat, freut sich über die Zahl der Aufkleber, die mittlerweile an den Geschäften kleben. 52 Zertifikate, das sei ein Erfolg – aber macht sich dieser auch im Handel bemerkbar? Ziel sei es letztlich, die Kundenströme in der Stadt zu erhöhen. Dabei sei die Aktion nur ein „Mosaikstein“. Ein konkreter Kundenanstieg sei zudem schwer messbar, die Investitionen lohnten sich aber dennoch, meint Raabe, weil Stadthagen im Vergleich zu anderen Städten dadurch ein Alleinstellungsmerkmal bekomme. Schließlich befinde man sich auch immer im Wettbewerb.

 Trotz der Vielzahl an Zertifikaten gebe es noch „weiße Flecken“. Schwierig sei es zum Teil, Filialen von dem Konzept zu überzeugen.

53 mögliche Kriterien

Mit dem bundesweiten Qualitätszeichen „Generationenfreundliches Einkaufen“ können seit 2010 Einzelhändler ausgezeichnet werden. Diese werden anhand eines Katalogs mit 53 Kriterien – von Zugangsmöglichkeiten bis zum Serviceverhalten – durch geschulte Tester geprüft. Bei ausreichender Punktzahl bekommt man das Zertifikat zunächst für drei Jahre. Wichtig: „Generationenfreundlich“ ist nicht gleichzusetzen mit „behindertengerecht“. Eine entsprechende Toilette gehört beispielsweise nicht zu den Muss-Kriterien.

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