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Mit Vollgas aus der Elternzeit

Benz neue Leiterin Mit Vollgas aus der Elternzeit

Regine Benz hat am 2. März ihr Amt als Leiterin des Stadthäger Amtsgerichts angetreten. Damit hat ihre Justizkarriere nach neun Jahren Auszeit vom Richterstuhl ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht.

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Regine Benz will den Service-Charakter des Amtsgerichts stärken.

Quelle: ber

Stadthagen.  „Ich bin im vergangenen Jahr 50 geworden. Da habe ich mir die Frage gestellt: Geht es noch weiter?“ Der Wunsch, sich beruflich und persönlich weiterzuentwickeln, prägt ihren gesamten Lebenslauf.

Nach ihrem Jura-Studium in Frankfurt am Main entwickelt die gebürtige Hamburgerin in ihrem Referendariat am Oberlandesgericht Frankfurt die Vorliebe für den Richterberuf. Schuld daran sind ihre Vorgesetzten. „Meine Ausbilder dort waren sehr menschlich und haben mich davon überzeugt, dass man als Richterin etwas zum Guten bewegen und Konflikte lösen kann.“

Diese Vorstellung vom Gericht hat Benz sich über alle Stationen ihrer Karriere bis heute bewahrt. „Ich möchte den Service-Charakter des Amtsgerichts stärken. Die Menschen sollen sich hier gut aufgehoben fühlen. Ich möchte den Bürgern vermitteln, dass das Gericht ihnen bei Problemen helfen kann.“

1997 folgt die Ernennung zur Richterin am Amtsgericht Kassel, dann lernt sie ihren Mann, einen Niedersachsen, kennen. Benz lässt sich 1998 an das Amtsgericht Hildesheim versetzen, ist dort zuständig für Betreuungs- und Schöffensachen, schult als Ermittlungsrichterin Polizisten über Belehrungen bei audiovisuellen Aufzeichnungen von Vernehmungen und ist als Übungsleiterin für die Ausbildung von Rechtspflegeranwärtern tätig.

2000 wechselt sie an das Amtsgericht Hannover, wo sie mit der Ausbildung von Rechtsreferendaren und mit Zivilsachen betraut ist. 2002 arbeitet sie am Oberlandesgericht Celle im Baurechtssenat und legt ihr sogenanntes drittes Staatsexamen ab. Dann folgt ein großer Einschnitt in ihrem Berufsleben: Regine Benz wird Mutter.

Nach dem Mutterschutz nimmt sich Benz Elternzeit, später Sonderurlaub. Ihr zweites Kind wird 2005 geboren. Bis 2011 bleibt ihr Richterstuhl verwaist. Untätig ist Benz aber keinesfalls. Neben der Kinderbetreuung engagiert sie sich in ihrem Wohnort Wennigsen als Elternratsvorsitzende im Kinderhort und später im Schulvorstand.

Trotz allem weiß auch Benz: „Eigentlich ist eine solche Auszeit ein Karriereknick. Früher wäre es nicht möglich gewesen, danach beruflich aufzusteigen. Aber die Vorsitzenden in der Justiz haben erkannt, dass man sich auch in dieser Zeit weiterentwickeln kann – auch zugunsten des Berufs.“ Als Beispiele nennt Benz Zeitmanagement, Organisation und den Umgang mit Menschen – Eigenschaften, die ihr auch als Direktorin des Amtsgerichts helfen.

„Es ist eine Herausforderung für mich, an der Spitze einer Behörde mit mehr als 50 Mitarbeitern zu stehen“, räumt die 50-Jährige ein, die derzeit zusätzlich eine Mediationsausbildung absolviert. „Eigentlich meide ich Konflikte und bin ein friedfertiger Mensch.“

Trotz der Herausforderung freut sich Regine Benz auf ihre neue Aufgabe. Die Wahl für Stadthagen sei ihr leicht gefallen. „Es ist eine natürlich gewachsene Stadt, hier gibt es eine schöne Mischung in der Bevölkerung und es ist nicht elitär.“ Elitär soll nach ihrer Vorstellung auch das Amtsgericht nicht werden, sondern „ein Gericht zum Anfassen“. ber

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