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Mit dem Fahrrad durch Stadthagen

Sicherheitsaspekte und Gefahrenpunkte Mit dem Fahrrad durch Stadthagen

Manfred Hoppe (68) und Andreas Klausing (50), zwei versierte Stadthäger Radfahrer und Mitglieder im Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Schaumburg, sind mit SN-Fotograf Roger Grabowski durch die Stadt gefahren und haben positive und negative Zustände sowie Gefahrenpunkte aufgezeigt.

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Andreas Klausing (links) und Manfred Hoppe starten ihre Tour auf Marktplatz.

Quelle: rg

Stadthagen. Start der Tour ist der Marktplatz, Fahrtrichtung die Enzer Straße. Da auf dem Markt kein Wochenmarkt mit Ständen und Menschengedränge herrscht, können die Männer in die Pedale treten. Zu Wochenmarktzeiten hingegen gilt auf dem Marktplatz Fahrverbot für Fahrradfahrer!
Zebrastreifen: Ein erster kritischer Punkt bremst die Radfahrer vor der Überquerung der Bahnhofstraße aus: ein Zebrastreifen. Zwar ist es erlaubt, den Überweg fahrend zu überqueren. Aber: Will man ebenso wie ein Fußgänger Vorrang vor dem Autoverkehr haben heißt es: Absteigen und schieben. Im Schadensfall trifft sonst den Radfahrer eine Mitschuld.
Enzer Straße: Vorwärts geht es auf der Enzer Straße - aber Achtung: An der Kreuzung Enzer Straße/Breslauer Straße steht stadtauswärts auf dem Fahrradweg ein dicker Baum. Von Bäumen bedrängend flankiert ist unter anderem und streckenweise auch der Radweg auf der Westseite der Bahnhofstraße. Straßenbäume, Gehweg, Radweg, Fahrbahn: Alles muss auf vorgegebener Straßenbreite Platz finden. Aber die Bahnhofstraße liegt nicht auf der Route von Klausing und Hoppe sondern weiterhin die Enzer Straße. Dort treffen die Radler fast an jeder Straßeneinmündung auf ein rundes blaues Verkehrsschild mit einem weißen Fahrrad darauf, benachbart von einem weißen Fußgängerpaar.

 Das Schild weißt einen kombinierten Geh- und Radweg aus und ist für Radfahrer nicht etwa eine Empfehlung, den Radweg zu benutzen: Es bedeutet ein „Muss“! Allerdings nur, wenn der ausgeschilderte Radweg auch sicher befahrbar ist. Ist dieser verschmutz oder verstellt, dürfen die Radfahrer die Straße benutzen. Übrigens: Eine rote Pflasterung auf einem Rad- und Gehweg sagt für sich genommen nichts über die Benutzungspflicht des Weges aus. Entscheidend sind die Schilder.

 Auf der Enzer Straße, die Hoppe und Klausing stadtauswärts radeln, heißt es laut Regelung mal den Radweg, mal die Fahrbahn zu benutzen. Das Hin und Her nervt, und der Radweg ist oft nicht die sicherste Alternative für Radfahrer, nicht nur auf der Enzer Straße. Darum meint Andreas Klausing: „Die Benutzungspflicht für Radwege sollte an etlichen Stadthäger Straßen aufgehoben werden.“

Für die Enzer Straße strebt die Stadt dies laut Bauamtsleiter Gerd Hegemann auch an. Allein: So schnell kann dies nicht umgesetzt werden. Sanierungspläne des Baulastträgers – die Enzer Straße ist eine Landesstraße – müssen abgewartet werden.
Schutzstreifen: Letztlich könnten jedoch die blauen Schilder verschwinden und stattdessen dem Fahrradfahrer auf der Fahrbahn ein Nutzungsbereich aufgezeichnet werden. So ist es bereits auf dem Ostring geschehen, den Klausing und Hoppe zum Schluss ihrer Tour befahren. Manfred Hoppe: „Die weißen Schutzstreifen sind eine gute Sache.“

Grundstücksausfahren: Noch einmal zurück auf die Enzer Straße. Stadtauswärts hinter der Bahnlinie ist das Befahren des kombinierten Rad- und Gehweges eine Berg- und Talfahrt. Viele Grundstückszufahrten münden auf dem Weg, und an jeder Einmündung ist das Hochbord zur Fahrbahn abgesenkt: notwendig für Autos aber unschön für den Fahrradfahrer.

Vor allem jedoch bergen die Zufahrten eine große Gefahr für Fahrradfahrer. Wenn jemand mit seinem Auto rückwärts aus einer der zahlreichen Grundstücksausfahrten fährt, hat der Fahrradfahrer unter Umständen schlechte Karten, – „nicht wenn man mit sechs Stundenkolimeter unterwegs ist – aber wenn man flott fährt“, beschreibt Klausing. Der Autofahrer sieht den Radfahrer unter Umständen erst im letzten Augenblick, und umgekehrt verhält es sich ebenso.
Oberntorstraße: Auf der Enzer Straße geht es zurück und über die Jahnstraße Richtung Schachtstraße, die wiederum auf die Oberntorstraße mündet. Dort ergibt sich besonders morgens, wenn zahlreiche Schüler auf Fahrrädern unterwegs sind, ein kritischer Bereich. Die Schüler mit Ziel Schachtstraße, an der etliche Schulen liegen, kommen die Krebshäger Straße herunter und biegen rechts auf die Oberntorstraße ab. Dort müssten sie eigentlich auf der rechten Seite weiterfahren und zwar auf der Straße. Einen Radweg gibt es dort nicht.

Zum Abbiegen in die Schachtstraße müssten sich die Fahrradfahrer im Verkehr links einordnen. Aber das ist umständlich und nicht ungefährlich auf der viel befahrenen Straße. Viele Schüler nutzen darum eine Querungshilfe auf der Oberntorstraße, um flugs auf die andere Seite zu kommen, fahren dann in Fahrtrichtung links weiter auf dem Gehweg und biegen links in die Schachtstraße ein. So entgehen sie dem Autoverkehr. Jedoch: Auch für Fahrradfahrer gilt das Rechtsfahrgebot.

Den beschriebenen Streckenabschnitt auf der Oberntorstraße sieht Hegemann als einen der kritischsten für Radfahrer in Stadthagen. Da dort allerdings die Möglichkeit besteht, die Straße zu verbreitern zulasten des Grünstreifens am Rand, soll der Streckenabschnitt sicherer gemacht werden, unter anderem durch die Anlage der bereits beschriebenen Schutzstreifen und Querungshilfen. Von den Schutzstreifen kommend könne man auch eine besondere Linksabbiegespur für Fahrradfahrer einrichten, schlägt Klausing vor.
Habichhorster Straße: Nicht besonders wohl zwischen Zäunen und Hecken auf der einen und parkenden Autos auf der anderen Seite fühlen sich Hoppe und Klausing auf der Habichhorster Straße. Der ausgewiesene Rad- und Gehweg vorbei am Kindergarten Jägerhof Richtung Ostringkreisel ist nur zwei Meter breit. Neuere Verordnungen legen die Mindestbreite für kombinierte Rad- und Gehweg innerorts auf 2,50 Meter fest. Das Radverkehrskonzept der Stadt von 2012 empfiehlt, dort die Benutzungspflicht für die Radwege aufzuheben. Allerdings: Die Fahrbahn ist erstens stark befahren und zweitens zu schmal, um dort sinnvoll Schutzstreifen aufzubringen.
Fahrradbügel: Jeder Fahrradfahrer muss sein geliebtes Vehikel, das ihn in der Stadt direkt vor jedes Geschäft und jede Haustür bringt und unabhängig von gebührenpflichtigen Parkplätzen macht, einmal abstellen. Viele Geschäft bieten hierzu noch immer Fahrradständer an, in die das Vorderrad hineingeschoben wird. „Felgenkiller“ nennt Klausing die Ständer. Umso mehr freuen sich Hoppe und Klausing, dass die Stadt an einigen Stellen, zum Beispiel auf der Echternstraße, hohe Fahrradbügel installiert hat, an denen das Fahrrad bequem angelehnt und angeschlossen werden kann.

  • Der ADFC Schaumburg lädt bis Ende August an jedem Mittwoch um 18.30 Uhr zu einer Radtour über 20 bis 30 Kilometer ein. Treffpunkt ist der Marktbrunnen in Stadthagen. sk
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