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Stadthagen Stadt Mit dem Fußball in die Rocky Mountains
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Mit dem Fußball in die Rocky Mountains
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00:17 18.07.2013
Fußballspielen ist für Maik Brandt mehr als nur ein Hobby.  Quelle: tbh
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Stadthagen/Durango. Seit frühester Kindheit ist der Fußball sein ständiger Begleiter, jetzt hat ihn die Begeisterung für den Sport um die halbe Erdkugel geführt.

Von der G-Jugend in Enzen über die C-Jugend in Stadthagen, die B-Jugend beim VfL Bückeburg, wo Brandt in der Niedersachsenliga spielte, bis zur A-Jugend in Langenhagen (Regionalliga) und Preußen Münster im Herrenbereich hat der gebürtige Stadthäger von Kindesbeinen an gekickt. „Fußball ist für mich schon mehr als ein Hobby, auch die zeitliche Belastung ist sehr intensiv, aber der Fußball hat das wieder wettgemacht“, sagt er über seine Schulzeit, in der er nicht nur die Schulbank drückte, sondern auch fleißig trainiert und gespielt hat. Die Freizeit kam da oft zu kurz. „Es hat mir immer Spaß gemacht, daher habe ich es in Kauf genommen“, stellt er klar. „Ich habe nie daran gedacht, was ich opfere, sondern wollte immer weiter kommen, das nächste Level erreichen, es kann ja auch ganz schnell vorbei sein mit dem Sport“, erklärt Brandt.

Seinem Ziel, einer Fußballkariere, ist er mittlerweile einen großen Schritt näher gerückt. Mit der Collegemannschaft des Fort-Lewis-College in Durango im US-Bundestaat Colorado spielte er schon auf dem selben Rasen wie einst der britische Profifußballer David Beckham.

Nach dem Fachabitur an der BBS Stadthagen begann Brandt, Betriebswirtschaftslehre in Münster zu studieren. Seine große Chance kam, als er sich über eine Agentur bei einem sogenannten Sichtungsturnier in Duisburg präsentieren konnte. „Danach kamen gleich mehrere Anfragen von US-amerikanischen Trainern“, sagt der „Linksfuß“ stolz. Der fußballbegeisterte Stadthäger entschied sich, sein BWL-Studium in Durango fortzusetzen und dort für die College-Mannschaft des Fort-Lewis-College zu spielen, weil die „Skyhawks“ bereits zum dritten Mal „National Champions“ geworden sind. „Natürlich ist Fußball in den USA nicht die Nummer eins unter den Sportarten, aber er ist auf dem Vormarsch“, räumt er ein.

In der Mannschaft herrsche eine sehr familiäre Atmosphäre, was die Entfernung zu Familie und Freunden erträglicher mache. Seine Eltern und Geschwister seien natürlich stolz auf ihn. Als Tipp gegen Heimweh rät der Student, viel Zeit mit den Menschen in der Umgebung zu verbringen und soziale Kontakte zu knüpfen. Dadurch habe er sich in den USA schnell eingelebt und heimisch gefühlt. Als besonders angenehm empfindet er die Hilfsbereitschaft der US-Amerikaner und dass sie, so sein Eindruck, „vieles gelassener sehen als wir in Deutschland“.

Dennoch gibt es auch einige Wermutstropfen. Außer der Familie und Freunden, die er in den Sommersemesterferien und zu Weihnachten regelmäßig besucht, vermisst er auch für Deutschland ganz alltägliche Dinge wie Brotvielfalt und Nussnougatcreme. Dafür freut er sich um so mehr über Pakete von zu Hause, mit denen die Familie ihn ab und an mit lieb gewordenen deutschen Leckereien versorgt.

Sein diesjähriger Sommerbesuch ist nun fast vorbei. In wenigen Tagen fliegt Brandt wieder zurück zum College, zu seinen Mannschaftskameraden und den Rocky Mountains. „Ich werde jetzt alles daran setzen, meinen Bachelor zu machen, und natürlich weiter an meiner Fußballkarriere arbeiten“, so seine Pläne für die nächste Zeit. Nach seinem Studium hofft er – „wenn alles gut geht“ – in der US-amerikanischen Profiliga fußfassen zu können. Mit einigen gedrückten Daumen von Familie und Freunden aus seiner Heimat Stadthagen wird er sicherlich rechnen können.

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