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Der Weg ist das Ziel

Mit dem Wohnmobil unterwegs Der Weg ist das Ziel

Die Sonne steht am Horizont, Büsche rauschen und in den benachbarten Gärten spielen Kinder. Es handelt sich um ein äußerst idyllisches Szenario, das sich derzeit auf dem Stadthäger Wohnmobilstellplatz nahe des Tropicanas bietet. Ins Blickfeld fällt ein Mann, der gemütlich in seinem Stuhl sitzt und in einem Magazin blättert.

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Detlef Zengerling lässt es sich bei der Lektüre der SN gut gehen. Im Wohnmobil befindet sich alles, was er für seinen Aufenthalt in Stadthagen braucht.

Quelle: ano

Stadthagen. Von den Geräuschen, die von der anderen Seite der Hecke herüberdringen, nimmt er wenig Notiz. Detlef Zengerling ist ein toleranter Mensch: „Wir haben als Kinder ja auch herumgetobt.“ Der 57-Jährige, wohnhaft im nordrhein-westfälischen Höxter, hat ein besonderes Verhältnis zu der Kreisstadt, unternimmt mit dem Besuch gewissermaßen eine Reise in seine eigene Vergangenheit. Zengerling: „Ich war früher in der EDV-Branche tätig, die Augenklinik in Stadthagen gehörte zu unseren Kunden.“

Herzenswunsch: Zurück nach Stadthagen

 In dieser Berufssparte ist der 57-Jährige schon länger nicht mehr unterwegs, die damalige Firma existiert nicht mehr. Zengerling schlug einen anderen beruflichen Weg ein, wurde Standesbeamter bei der im Umland von Höxter gelegenen Kleinstadt Willebadessen. Der Wechsel kam zur rechten Zeit: „Ich bin froh, dass ich den Absprung damals geschafft habe. Nach Stadthagen wollte ich jedoch unbedingt noch einmal.“ Nun bot sich die Gelegenheit, den Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen, die Sehenswürdigkeiten Stadthagens wie das Alte Rathaus und den Marktplatz noch mal zu besuchen und gemütlich durch die lebhafte Altstadt zu flanieren. Die Fahrten mit seinem inzwischen vierten Wohnmobil stellen für Zengerling einen wichtigen Bestandteil seines Lebensgefühles dar: „Seit 2005 bin ich damit unterwegs, habe inzwischen um die 50000 Kilometer zurückgelegt. Das Fahrzeug ist für mich und meine Frau eine Art kleine Ferienwohnung. Wir haben alles dort drin, was wir brauchen.“

Auch mal alleine unterwegs

 Ursprünglich hatte das Ehepaar Zengerling geplant, diese Reise, zu der auch ein zweitägiger Aufenthalt in dem ungefähr 90 Kilometer von Höxter entfernten Stadthagen gehört, gemeinsam anzutreten. Ulrike Zengerling bekam von Arbeitgeberseite für diesen Zeitraum aber keinen Urlaub. Ihr Mann musste die Tour alleine unternehmen. Keine gänzlich unbekannte Konstellation. Häufiger geschieht es, dass lediglich ein Ehepartner mit dem Fahrzeug, das eine Länge von 7,47 Meter sowie eine Breite von 2,30 Metern aufweist, unterwegs ist. Doch langweilig wird Detlef Zengerling nicht, falls er alleine durch die Gegend reist. Der Westfale weiß sich zu beschäftigen, sein Wohnmobil umfasst da eine Vielzahl an Optionen: „Ich habe unter anderem mein Fahrrad immer dabei, kann es jederzeit herausholen, um Ziele im Umkreis zu erkunden.“ Besonders gerne begibt sich der 57-Jährige in die Nähe des Wassers, fährt an den diversen Flusstälern der Republik entlang. „Ich war unter anderem schon an Rhein, Mosel, Neckar, Donau, Weser, Fulda und Werra unterwegs, genieße die Natur in den Regionen.“ Reisen mit seinem Wohnmobil unternimmt Zengerling vor allem in Deutschland, dort benutzt er vorzugsweise gut ausgebaute Landstraßen, versucht, dem auf den Autobahnen häufig vorhandenen Stress so weit wie möglich aus dem Wege zu gehen. Mit Ausflügen ins Ausland hat er hingegen nicht immer gute Erfahrungen gemacht. „Vor Jahren war ich einmal in den Niederlanden. Dort wurde ich als Deutscher nicht sonderlich freundlich empfangen.“ Die Leere, die auf dem Stadthäger Stellplatz, dieses Jahr herrscht, kommt für den Touristen überraschend. Zengerling: „Ich habe gehört, dass es vergangenen Sommer hier erheblich voller gewesen sein soll.“ Dabei bietet das Areal so einige Vorteile. Es ist sauber, und, was bei einem solchen Gelände nicht selbstverständlich ist: Es wird keine Parkgebühr verlangt wie auf anderen Plätzen. Hinsichtlich der Versorgungssituation gibt es keine Schwierigkeiten. Das Wohnmobil verfügt über einen doppelten Boden mit Frischwasser- und Abwassertanks. Ver- und Entsorgung finden am Schwimmbad statt. Eine Solaranlage ziert das Dach des Zengerlingschen Wohnmobils, darüber wird Strom bezogen. In Deutschland haben Detlef Zengerling und seine Frau bereits viele schöne Ecken gesehen. Der Blick geht nun noch mal in Richtung Ausland, eine Idee für eine besondere Unternehmung verfolgt Zengerling: „Es ist auf alle Fälle ein Traum von uns, mit dem Wohnmobil mal nach Norwegen, Richtung des Nordkaps, zu fahren.“

Von Andreas Ohler

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