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Mit einer „Renaissance der Werte“ das verlorene Vertrauen wiedergewinnen

Stadthagen / Soziale Marktwirtschaft Mit einer „Renaissance der Werte“ das verlorene Vertrauen wiedergewinnen

Über die Bedeutung von Ethik und Verantwortung in der Sozialen Marktwirtschaft mit Blick auf die Zukunft Europas haben Professor Klaus-Peter Müller, Aufsichtsratsvorsitzender der Commerzbank AG, und Burkhard Balz, CDU-Abgeordneter im Europaparlament, am Montag im Stadthäger Ratskeller referiert. Anlass dazu bot die Reihe „Mittagsgespräche“ der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), die es außer in Bückeburg nun auch regelmäßig in der Kreisstadt geben soll, so Jörg Jäger (KAS).

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Der Abgeordnete Burkhard Balz hält das „Großprojekt Europa“ für gefährdet.

Quelle: rg

Stadthagen. Stadthagen.   Die Referenten widmeten sich Fragen wie: Taugt die Soziale Marktwirtschaft als Vorbild für Europa? Welche Rolle spielt Deutschland in der Bewältigung der Schuldenkrise? In den Fokus des eher allgemein gehaltenen Vortrages rückte immer wieder der Blick nach Griechenland.

 „Was hat die Schuldenkrise mit der Sozialen Marktwirtschaft zu tun?“, warf Müller die Frage auf und erklärte: „Die Schuldenkrise ist eine Vertrauenskrise.“ Dem Misstrauen gegenüber der „europäischen Idee“ und damit dem gesamten Wirtschaftssystem müsse man entgegenwirken. Nur 49 Prozent seien Studien zufolge mit der Sozialen Marktwirtschaft zufrieden. Dieses Vertrauen müsse man wiedergewinnen und zwar mit einer „Renaissance der alten Werte“ – Müller betonte die Bedeutung von Ethik und Verantwortung, die im Spannungsverhältnis von individueller Freiheit und Verantwortung, von Gewinnstreben und dem Schutz der Schwächeren eine große Rolle spiele. Um Chancengleichheit herzustellen, bedürfe es einheitlicher Regeln, „Leitplanken“, die nicht immer gesetzlicher Natur sein müssten, sondern auch auf moralischen Werten und Verantwortungsbewusstsein fußten. Unternehmer, Kreditgeber und Politiker dürften nicht ausschließlich nach dem Profit fragen, denn auch moralische Fragen seien für einen verantwortungsvollen Gebrauch von Freiheit nötig. In diesem Sinne machte sich Müller auch dafür stark, das System der Sozialen Marktwirtschaft für ganz Europa anzustreben.

 Mit Blick auf die europäische Solidarität als eine Grundhaltung der Sozialen Marktwirtschaft sprachen sich beide Referenten dafür aus, dass Deutschland als Mitgliedsstaat der EU in der Rolle sei, Griechenland aus der Krise zu helfen, allerdings nicht durch bloßen Schuldenerlass, sondern an harte Reformen geknüpft, weil das Land seine wirtschaftlichen Strukturen ändern müsse.

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