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Mit roher Gewalt die Nase gebrochen

40-jähriger Stadthäger angeklagt Mit roher Gewalt die Nase gebrochen

Ein Nasenbeinbruch und unzählige Schürfwunden im Gesicht sind das Ergebnis eines gewaltsamen Übergriffes gewesen, der am Freitag vor dem Amtsgericht Stadthagen juristisch aufgearbeitet wurde.

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Quelle: dpa

Stadthagen. Wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt ist ein 40-jähriger Stadthäger.

 Laut Anklageschrift hat der mutmaßliche Täter seinem Opfer im März vergangenen Jahres vor einer Gaststätte am unteren Ende der Niedernstraße mit voller Wucht einen Totschläger ins Gesicht geschlagen. Der 34-jährige Misshandelte stürzte demnach gegen ein Fenster und ging dann zu Boden. Den Ausführungen von Staatsanwalt Günther Wilkening zufolge kniete sich der Angreifer anschließend auf den Rücken seines phasenweise bewusstlosen Opfers und fasste diesen am Kopf. Dann habe er das Gesicht unter starkem Druck mehrfach nach rechts und links über die Pflastersteine gezogen, ehe er von ihm abgelassen habe.

 Die Schilderungen des Angeklagten und des Opfers im Gerichtssaal wichen freilich stark voneinander ab. Angefangen hat alles bei einem gemeinsamen nächtlichen Umtrunk in der Gaststätte, bei dem jeder der Beteiligten mindestens vier, fünf größere Gläser unverdünnten Raki konsumierte. Nach Schilderung des Angeklagten habe ihn der 34-Jährige plötzlich mit einer vor ein paar Jahren in der hiesigen Gegend verübten Vergewaltigung in Verbindung gebracht. Garniert worden sei dieser „Rufmord“ mit „übelsten Beleidigungen auf unterstem Niveau, blödem Grinsen und aggressivem Ton“.

 Vor der Gaststätte habe er den Mann „zur Rede gestellt“, ihn aufgefordert sich zu entschuldigen. Doch der 34-Jährige habe ihn am Kragen gepackt und geschüttelt. Daraufhin habe er ihn in Gegenwehr einmal mit der flachen Hand geschlagen und den Gestürzten dann am Boden festgehalten, bis dieser weggelaufen sei. Einen Totschläger habe er noch nie in der Hand gehabt, versicherte der Angeklagte.

 Das Opfer präsentierte eine andere Version des Streitgesprächs. Der 40-Jährige habe ihn ohne Anlass „provozierend im Sekundentakt“ mit der immer gleichen Frage nach seinem beruflichen Werdegang traktiert und dabei auf seine Arbeitslosigkeit angespielt. Der Angreifer sei immer aggressiver geworden. Dann sei ihm selber, so das spätere Opfer, der Kragen geplatzt und er habe „einen allgemein bekannten Witz“ zum Thema Vergewaltigung gerissen. Wenig später sei er draußen vor der Tür in der eingangs beschriebenen Weise traktiert worden.

 Auf Nachfragen von Richter Kai-Oliver Stumpe und von Verteidiger Thorsten Bittner tauchten beim Opfer freilich Ungenauigkeiten und Widersprüche im Detail auf. Doch diese sind wohl auf mangelndes Erinnerungsvermögen zurückzuführen. Denn der schwer an Diabetes leidende Angegriffene litt zur Tatzeit unter extremer Unterzuckerung. Umso wichtiger werden Aussagen von Zeugen sein, welche die Vorgänge ganz oder teilweise miterlebt haben. Die Verhandlung wird Mitte Februar mit der Zeugenvernehmung fortgesetzt. ssr

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