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Moschee-Vorsitzender widerspricht Vorwürfen

Ditib-Gemeinde in Stadthagen Moschee-Vorsitzender widerspricht Vorwürfen

Als „unhaltbar“ bezeichnet der Vorsitzende der Stadthäger Türkisch-Islamischen Gemeinde, Mehmet Yabas, aktuelle Vorwürfe gegenüber deren Dachorganisation Ditib.

Stadthagen. Dieser werden – wie berichtet – enge Verbindungen zur Erdogan-Regierung unterstellt. Zudem gibt es Vorhaltungen, Ditib-Imame hätten im Auftrag der türkischen Regierung Informationen über mutmaßliche Anhänger des Predigers Fehullah Gülen an Ankara geliefert.

Es handele sich um „reine Vorurteile“, sagt Yabas: „Und die ärgern uns auch hier vor Ort in unserer Gemeinde.“ Ditib habe „überhaupt nichts mit Erdogan und der türkischen Regierung zu tun“, stellt Yabas fest.

Zwar gebe es eine formelle Verbindung zum türkischen Staat, weil dieser die Ditib-Imame in Deutschland bezahle. Das habe aber nichts mit einer Parteilichkeit zu tun: „Wir sind neutral gegenüber allen Parteien in der Türkei“, betont der örtliche Ditib-Vorsitzende.

Ohnehin stehe in der Ditib-Satzung, dass Religion und Politik „völlig getrennte Sachen sind“, so Yabasweiter. Die Ditib-Gemeinden seien rein religiöse Einrichtungen. Diese Passage der Satzung sei in der hiesigen Moschee an der Enzer Straße an Zetteln an der Wand ausgehängt, berichtet der Vorsitzende. „Als Gemeindevorstand achten wir darauf, dass dieser Grundsatz eingehalten wird, über Politik wird bei uns in der Moschee nicht gesprochen.“ Zwar dürfe jedes Gemeindemitglied selbstverständlich seine eigene politische Meinung haben, „es soll sie aber im Rahmen des Moschee-Lebens für sich behalten“, so Yabas.

Der Vorsitzende bedauert, dass der geplante Vertrag des Landes Niedersachsen mit den islamischen Verbänden derzeit nicht zustande kommt (wir berichteten). „Wir sind traurig darüber“, sagt Yabas. In Bremen funktioniere ein solches Abkommen seit einiger Zeit gut. Die hiesige Ditib-Gemeinde hoffe, dass ein Vertrag irgendwann noch geschlossen wird, „vielleicht nach der nächsten Landtagswahl“.

Nach Einschätzung des Vorsitzenden spielen die Konfliktlinien der türkischen Politik innerhalb der türkischstämmigen Bevölkerung in Stadthagen keine Rolle. Die verschiedenen Moscheen würden einander respektieren. „Wir wollen Streit unbedingt vermeiden“, unterstreicht Yabas. Zur Stadthäger Ditib zählen laut Yabas 175 Mitglieder, zu den Freitagsgebeten in der Moschee kommen allerdings regelmäßig mehr als 400 Muslime. ssr

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