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Moschee als Begegnungsort: Mäßige Resonanz

Stadthagen / Muslime Moschee als Begegnungsort: Mäßige Resonanz

In die Aksa-Moschee soll mehr Leben einkehren. Mit dem Umzug der Moschee von der Lauenhäger in die Enzer Straße im Jahr 2008 hatte sich der Türkisch-Islamische Kulturverein in Stadthagen nicht nur mehr Platz, sondern auch eine höhere Frequentierung der Besucher erhofft.

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Zum Freitagsgebet treffen sich wöchentlich rund 220 Muslime in der Aksa-Moschee an der Enzer Straße. © kil

Stadthagen (kil). Rund zweieinhalb Jahre später sind die Erwartungen des Vereinsvorstands nur teilweise erfüllt worden. Vor allem Jugendliche nutzen die Moschee nur selten in ihrer Freizeit.

„Wir sind nicht ganz zufrieden, befinden uns aber auf einem guten Weg“, berichtet Tuncay Korkmanczygit, stellvertretender Vereinsvorsitzender. Das ursprüngliche Ziel, das sich der Verein für die neue Moschee gesetzt hatte, war, einen Begegnungsort für die ganze Familie zu schaffen und auch Mitglieder der „Mehrheitsgesellschaft“ zu erreichen. Vereine, Stadtverwaltung oder Wohlfahrtsverbände sollten die Möglichkeit haben, den Versammlungsraum für Vorträge und Ähnliches zu nutzen.

„Wir wollten unsere Gemeinde erweitern und hatten mit mehr Leuten gerechnet. Die Räume geben es schließlich her“, sagt Korkmanczygit. Der Verein zähle etwa 150 zahlende Mitglieder. „Aus der Gemeinde erreichen wir etwa 500 Mitglieder, die die Moschee regelmäßig nutzen.“ Allein in Stadthagen rechne man aber mit 2000 bis 3000 Muslimen. Personen außerhalb der Gemeinde zu erreichen sei noch schwieriger. „Die Scheu ist immer noch da.“ Nur vereinzelt besuchten auch Gemeindefremde das Glaubenszentrum. Das Angebot, den Veranstaltungsraum zu nutzen, werde ausschließlich von Muslimen angenommen.

Die erste Hürde sei allerdings überwunden. Anfangs sei es für viele ein Problem gewesen, dass die neue Moschee weniger innenstadtnah liege. „Daran haben sich die Leute nun langsam gewöhnt.“ Jetzt gelte es, vor allem etwas für die Jugend zu tun. Ideen habe der Vorstand viele. „Die Jugendlichen sollen einen Raum bekommen, in dem sie auch mal für sich sein können. „Wenn nur die Älteren da sind, kommen sie nicht.“ Angebote für Jugendliche gibt es bereits. Neu sei das Nachhilfeangebot, bei dem ältere Schüler den jüngeren helfen. „Damit haben wir 65 Kinder erreicht.“ Auch der Musikunterricht und der Folklore-Kurs kämen bei den Jugendlichen gut an.

„Darüber hinaus verbringen sie ihre Freizeit aber nicht hier.“ Deshalb gebe es unter anderem die Überlegung, einen Teil des Grundstückes in eine Grünfläche für Spiel und Sport umzugestalten. „Dazu müssen natürlich die finanziellen Mittel vorhanden sein.“ Dieses Angebot sollte ebenfalls offen für alle Jugendlichen der Stadt sein.
„Frauen nutzen die Räumlichkeiten sogar häufiger als in der alten Moschee,“ merkt er positiv an. Seit einigen Monaten gebe es zum Beispiel einen professionellen Deutschkurs für Frauen. Die Kinder verbrachten währenddessen gerne Zeit in der Moschee, um zu spielen und sich auszutoben. „Sie bleiben aber nur so lange, wie auch ihre Mütter hier sind.“

Zufriedenstellender sei die Resonanz auf die gemeinsamen Gebete. Das Freitagsgebet besuchten rund 220 Mitglieder. Zu den anderen Tagesgebeten kämen beruflich bedingt nur etwa 30. Vor und nach dem Gebet herrsche in der Cafeteria ein reges Treiben.

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