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Stadthagen Stadt Immer wieder Müll am Georgschacht
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Immer wieder Müll am Georgschacht
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00:18 12.01.2019
Diese Müllberge zieren derzeit den Bereich am Georgschacht. Quelle: rg/Harmening
Stadthagen

Für die untere Abfallbehörde beim Landkreis ist es ein Kampf gegen Windmühlen. Dass das entlegene Areal beim Georgschacht beliebt bei den Tätern ist, bestätigt auch Hans-Hermann Jakobus vom Landkreis. Erst kürzlich habe ihm ein Jäger eine Skizze angefertigt, wo auf dessen Gebiet überall Müllplätze sind. „Das dürften in etwa fünf Stellen sein“, führt Jakobus aus. Demnächst werden die kreiseigenen Abfallwirtschaftsbetriebe (AWS) diese Punkte anfahren und den Unrat beseitigen. Die Mitarbeiter seien angehalten, bei der Beseitigung auf Hinweise auf die Verursacher zu achten. Ähnlich geht auch die Polizei vor, wenn ihr ein Umweltdelikt gemeldet wird. Doch das Überführen der Besitzer des wilden Mülls ist nicht immer ganz einfach, sagt Polizeisprecher Axel Bergmann. „Wir gehen aber jedem Hinweis nach – und manchmal haben wir auch Glück und wir finden den Verursacher.“ Dann droht mindestens eine Ordnungswidrigkeitenanzeige. Sollte es sich aber um für die Umwelt schädliche Stoffe handeln, die entsorgt wurden, handelt es sich um eine Straftat.

"Eine Frechheit"

Dass der Georgschacht als Entsorgungsstelle beliebt ist, kann auch Bergmann bestätigen. Immer wieder melden Passanten Unrat dort, aber auch an anderen Stellen der Kreisstadt. Für den Behördensprecher immer wieder ein Ärgernis, auch mit Blick auf die finanziellen Auswirkungen. „Es ist eine Frechheit, die Allgemeinheit damit zu belasten, dass manche die Entsorgung ihres Mülles nicht bezahlen wollen.“ Immerhin würden diese Ausgaben auf Kosten der Steuerzahler gehen. Außerdem, so Bergmann, sei es eine „Ignoranz der Umwelt gegenüber“.

Für die Entsorgung wilden Mülls zahlt der Landkreis im Jahr zwischen 30.000 und 50.000 Euro. Dieser Posten ist seit Jahren gleichbleibend, sagt Jakobus. Die Ausgaben werden wiederum über die Müllgebühren der Schaumburger umgelegt. Also zahle am Ende jeder Bürger im Landkreis.

Verursacherprinzip

Das Argument, dass in anderen Kommunen Bürger einmal im Jahr gratis Sperrmüll entsorgen können und dadurch Umweltsünden verhindert würden, lässt Jakobus nicht gelten. In diesem Fall würden die Mehrkosten, die entstehen, über die allgemeinen Müllgebühren subventioniert. „Wir haben uns für das Verursacherprinzip entschieden, weil wir das für gerechter erachten“, sagt der Mitarbeiter der unteren Abfallbehörde.

Hinweise zu illegal entsorgtem Müll nimmt die Polizei telefonisch unter (0 57 21) 4 00 40 entgegen. Beobachtungen können aber auch bei der unteren Abfallbehörde beim Landkreis gemeldet werden, und zwar unter (0 57 21) 70 34 19.

Von Verena Gehring