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„Müssen Politikern in den Hintern treten“

Verdi-Senioren fordern Stärkung des ländlichen Raums „Müssen Politikern in den Hintern treten“

Die Stadthäger Verdi-Senioren fürchten, dass der ländliche Raum abgehängt wird. Das wurde in der Sitzung des Ortsvereins deutlich.

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Quelle: dpa

Stadthagen. Nachdem Gastreferent Uwe Dreier, Vorsitzender der Verdi-Senioren im Landesbezirk Niedersachsen-Bremen, ausführlich von der Umstrukturierung der Dienstleistungsgewerkschaft berichtet hatte, drehte sich die anschließende Diskussion vor allem um die Probleme der Menschen auf dem Land.

„Was will Verdi gegen den Schrumpfungsprozess im ländlichen Raum tun?“, wollte ein Mitglied des Ortsverbandes wissen. Dreier verwies auf die Politik, die die Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung schaffen müsse. „Aber die Gespräche, die wir mit den Politikern führen, enden meist mit Aussagen wie: ,Wir als Gemeinde können doch keinen Tante-Emma-Laden aufmachen‘“, so Dreier.

 Damit wollte sich ein Ortsverbandsmitglied jedoch nicht zufrieden geben. „Die Ärzte kommen nicht aufs Land, der ÖPNV wird immer weiter zurückgefahren und der Einzelhandel geht hier kaputt. Verdi muss der Politik in den Hintern treten, damit endlich was passiert.“ Speziell Stadthagen sei betroffen. In fünf Jahren habe die Stadt weniger als 20000 Einwohner, so die Prognose aus dem Plenum. „Und da kümmert sich kein Politiker drum. Hier wird nur rumgeeiert und palavert. Verdi muss etwas tun, damit das Bewusstsein der Verantwortlichen geschliffen wird.“

 Einig waren sich Referent und Ortsvereinsmitglieder in ihrer Ablehnung des Transatlantischen Freihandelsabkommens (TTIP). „Dabei wird immer das Thema Chlor-Hähnchen nach vorne gepeitscht, damit die Leute sagen: ,Naja, Chlor-Hähnchen will ich zwar nicht, aber wenn es weiter nichts ist‘“, meinte Dreier. Das Abkommen mit den USA sehe auch vor, dass Streitigkeiten nicht mehr von Staaten und durch Gesetze geregelt würden, „sondern von kleinen Gruppen in Hinterzimmern“. So könne es sein, dass über die Entschädigungszahlungen für Energiekonzerne, die ihre Atomkraftwerke stilllegen, bald in den USA entschieden werde.

 Ein Mitglied fürchtete gar um die Zukunft der Gewerkschaften. „In Amerika beschäftigen die Unternehmen Union-Buster, die dafür sorgen, dass sich die Gewerkschaften aus den Unternehmen zurückziehen.“ Die Folge von TTIP seien die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und die Senkung deutscher Standards.

 „Wir dürfen uns das nicht gefallen lassen. Alles, was wir in vielen Jahrzehnten errungen haben, steht auf dem Spiel, zum Beispiel die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Und das nur, damit die Amerikaner bei uns mehr Geld verdienen können“, gab sich ein Mitglied kampfeslustig. „Wir sind zwar alt, aber wir haben Verantwortung für die, die nach uns kommen.“ ber

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