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Stadthagen Stadt „Müssen unsere Mitarbeiter schützen“
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt „Müssen unsere Mitarbeiter schützen“
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00:28 25.03.2018
Quelle: geb
STADTHAGEN

Wachpersonal in einer Bank ist auf den ersten Blick vielleicht nichts Ungewöhnliches, aber dass sich die Volksbank Hameln-Stadthagen nun zu diesem Schritt für die Filiale am Markt entschieden hat, liegt nicht an der Sorge vor einem Überfall. Stattdessen dient es dem Schutz der Mitarbeiter, wie Vorstandsvorsitzender Joop auf SN-Anfrage schildert.

So seien die in erster Linie weiblichen Mitarbeiter im Servicebereich „massiv angegangen“ worden. Sogar nach Dienstschluss seien sie auf dem Parkplatz „verbal attackiert“ worden, auch Androhungen körperlicher Gewalt habe es gegeben. Deswegen habe sich die Bank zu dem Schritt entschlossen, von Zeit zu Zeit Wachpersonal anzustellen. „Wir können unsere Mitarbeiter schließlich nicht im Regen stehen lassen.“ Es sei zwar traurig, dass solch eine Maßnahme notwendig werde, aber anders könne der Schutz der Bankangestellten nicht gewährleistet werden.

Dem Vernehmen nach musste die Bank vor wenigen Wochen die Filiale sogar zeitweise schließen, nachdem ein Mann in den Räumen randaliert hatte und trotz eines Hausverbots immer wieder kam.

Zu den Gerüchten, es seien vor allem Flüchtlinge, die Gewaltdrohungen ausstießen, sagt Joop: „Es sind nicht ausschließlich Flüchtlinge, aber natürlich kommt es vor allem durch Sprachschwierigkeiten häufig zu Konfliktsituationen.“ Schwierigkeiten gebe es jedoch auch mit Personen, die unter Betreuung stehen und nicht einsehen wollen, dass sie keine Verfügungsgewalt über ihr Konto haben oder auch ältere Kunden, die manche Dinge nicht mehr verstünden.

Ralf Koors, Leiter der Centers Stadthagen, ist von der Maßnahme überzeugt: „Nicht nur unsere Mitarbeiter, auch die Kunden haben das sehr positiv aufgenommen.“

Bei der Awo ist die Problematik bekannt, wie Stephan Hartmann, Leiter des Fachbereichs Integration, erklärt. Stadthagen sei da kein Einzelfall. „Allerdings ist bisher keine Bank auf uns zugekommen.“ Grundsätzlich seien die Sozialarbeiter bei der Kontoeröffnung dabei. Wenn sich die Schwierigkeiten jedoch so massiv darstellten, sei dies ein Einlass, mit dem Team nach Lösungen zu suchen.