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Musik machen gegen Ängste und Grenzen

Gemeinsam Musizieren beim Projekt Bruchhof Musik machen gegen Ängste und Grenzen

Ein ganz besonderer Klang wird derzeit regelmäßig im Bruchhof erzeugt. Dort musizieren Flüchtlinge zusammen mit Teilnehmern von Beschäftigungsmaßnahmen des Projektes für Menschen mit seelischen Erkrankungen.

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Konzentriert musizieren die Teilnehmer des Projektes mit Instrumenten aus unterschiedlichen Kulturen.

Quelle: SSR

STADTHAGEN. Bisher insgesamt zehn Hobby-Musiker, sechs Geflüchtete und vier Bruchhof-Teilnehmer, finden sich zweimal in der Woche zum gemeinsamen Musizieren ein. Die Gruppe ist aber für weitere Interessierte offen, egal ob Flüchtlinge oder Deutsche, betont Projektleiter Kai Kandziora.

Eine ganz eigene klangliche Stimmung entsteht, wenn die arabische Gitarre Oud mit der türkischen Laute Saz, der afrikanischen Trommel Djembe, Trompeten, einer Querflöte und einem Keyboard zusammen gespielt werden. Die Gruppe und deren Instrumente sind zufällig zusammen gewürfelt. Die musikalischen Vorkenntnisse sind sehr unterschiedlich. Einige Hobby-Musiker spielen mit Noten, andere nach Gehör.

„Da gilt es, den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden, um einen Klangkörper zu erzielen, bei dem alle sich wohlfühlen“, erläutert der musikalische Leiter Darjush Davar. Denn darauf komme es vor allem an: „Es geht um die Musik als Selbstzweck, der Spaß macht.“ Das Improvisieren spiele dabei eine wichtige Rolle. Da brächten gerade die Flüchtlinge aus dem arabischen Raum gute Voraussetzungen mit, so Davar: „In der dortigen musikalischen Tradition hat die Improvisation einen zentralen Stellenwert.“

Barrieren mit Musik überwinden

„Ich liebe die Musik und möchte gerne mit anderen zusammen spielen“, nennt Anjad Abukhalled aus Syrien den Grund, warum er zu den Treffen kommt. „Hier beim Musizieren dazulernen“ will der Libanese Hussein Elbay.

Flüchtlinge hätten zwangsweise viel freie Zeit, viele von ihnen seien sehr interessiert, in dieser etwas zu unternehmen, erläutert Kandziora: „Da wollten wir eine Möglichkeit bieten, Zeit sinnvoll und kreativ zu gestalten.“

Das Musizieren sei eine schöne Methode, Sprachbarrieren zu überwinden und Gemeinschaft zu erleben. Beim Kontakt der deutschen Teilnehmer mit den Geflüchteten würden sich „viele Fragen und Ängste sehr schnell auflösen“, schildert der Projektleiter.

Finanziert wird das noch bis Oktober laufende Musik-Projekt aus dem Fördertopf einer großen Spendenaktion des NDR. ssr

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