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Mutmaßlicher Drahtzieher vor Gericht

Rewe-Überfall Mutmaßlicher Drahtzieher vor Gericht

Fast drei Jahre nach einem brutalen Raubüberfall auf den Rewe-Markt an der Stadthäger Jahnstraße hat am Montag der Prozess gegen den mutmaßlichen Drahtzieher begonnen, einen früheren Bauunternehmer (50) aus Paderborn.

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Im August 2013 sind die Angestellten des Rewe-Marktes an der Jahnstraße Opfer eines Raubüberfalls geworden.

Quelle: rg

Stadthagen/Bückeburg. Begangen hatte die eigentliche Tat ein anderer Mann. Bereits im September 2014 war der damals 27-Jährige, ebenfalls aus Paderborn, dafür zu einer Haftstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt worden. Er hatte vor dem Landgericht in Bückeburg ein Geständnis abgelegt und den Bauunternehmer belastet.

Dieser schweigt bisher zu den Vorwürfen. Für kommende Woche, wenn der Prozess fortgesetzt wird, hat Verteidiger Sascha Haring jedoch eine Erklärung angekündigt, vermutlich in schriftlicher Form. Der Angeklagte will dann auch Fragen beantworten.

Oberstaatsanwalt Klaus Jochen Schmidt wirft dem 50-Jährigen vor, die Tat geplant zu haben. Im August 2013 soll er mit dem jüngeren Mann, der etwa 20.000 Euro Schulden hatte, nach Stadthagen gefahren sein, um ihm zunächst den Personaleingang des Rewe-Marktes zu zeigen.

Dann habe der Bauunternehmer seinem Komplizen eine echt wirkende Spielzeugpistole, eine Sturmhaube sowie Kabelfinder zum Fesseln der Angestellten gegeben. Nach der Tat sollen beide Männer die Beute von rund 3000 Euro am vereinbarten Treffpunkt – einem Friedhof – geteilt haben.

Der jüngere Mann ist rechtskräftig verurteilt. Deshalb steht fest, dass er drei Angestellten aufgelauert und sie nach Ladenschluss zurück ins Gebäude gedrängt hatte. Den stellvertretenden Marktleiter, der keinen Widerstand leistete, schlug er dabei mit der Mündung seiner Plastikpistole so heftig vor die Brust, dass der Mann eine blutende Wunde erlitt, verbunden mit der Drohung: „Ich schlage Dich kaputt.“

Später bekam das Opfer noch einen Faustschlag ins Gesicht und ging zu Boden. Eine Frau zwang der Räuber, den Tresor zu öffnen, bevor die Mitarbeiter niederknien und sich selbst mit Kabelbindern fesseln mussten.

Der mutmaßliche Drahtzieher des Überfalls, ein kräftiger Mann mit diversen Vorstrafen, gilt als schillernde Persönlichkeit. Seit 2014 verbüßt der Familienvater eine Haftstrafe von sechs Jahren und acht Monaten, weil er mehrere Drogenhändler verprügelt hat. „Ich habe die Dealer von meinem Sohn verhauen, weil ich nicht wollte, dass er so abrutscht wie ich“, erklärt der 50-Jährige.

Bereits als junger Mann hatte er in Dortmund einen Geldboten mit 20.000 Mark überfallen und dafür dreieinhalb Jahre Haft bekommen. Vorbestraft ist er auch wegen Zuhälterei. An der Bundesstraße 1 will der Paderborner zeitweise 16 Wohnwagen an Prostituierte vermietet haben, bevor es Ärger mit einer Rockerbande gab. Als Bauunternehmer hatte er nach eigener Erinnerung 15 Angestellte.
Der Prozess wird fortgesetzt. Das Urteil ist für Ende Juni vorgesehen.  ly

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