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Mutter fürchtet um Wohl ihrer Tochter

Vier Monate nach der Beißattacke Mutter fürchtet um Wohl ihrer Tochter

Gut vier Monate ist sie nun her – die Attacke eines Mischlingshundes auf ein siebenjähriges Mädchen aus Stadthagen. Getan habe sich im Sinne des Mädchens und ihrer Familie wenig. Der Hund lebe immer noch nebenan und das Kind leide extrem unter der Situation. Die Eltern fühlen sich hilflos.

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Quelle: PR.

STADTHAGEN. Immerzu heiße es bei den zuständigen Behörden, es dürfe keine Auskunft erteilt werden oder es müsse abgewartet werden, klagt Verena Brusdras, die Mutter des Kindes. Der Hund lebe immer noch nebenan und das Kind leide extrem unter der Situation. Die Eltern jedoch fühlen sich hilflos, denn sie haben das Gefühl, bei den Behörden auf taube Ohren zu stoßen. „Unsere Sorgen werden dort abgeschmettert“, sagt Brusdras.

Der Hund muss einen Maulkorb tragen

Die vergangenen Monate seien für die Familie zermürbend gewesen. Die Forderung, dass der Hund in Obhut genommen wird, scheiterte, weil bisher das Ergebnis des Wesenstests ausstand. Seit dieser Woche liegen diese dem Veterinäramt vor. Die Aussagekraft des Tests ist aber offenbar umstritten – zumindest, was den Fall der Familie Brusdras betrifft. „Es werden bei dem Wesenstest keine Übungen mit Kindern gemacht“, sagt Dr. Ulf Güber, Amtstierarzt beim Kreisveterinäramt. Aus diesem Grund habe er wenig Aussagekraft über das Verhalten des Hundes gegenüber des Kindes. Es handle sich eben um keine Echtsituation. Unabhängig vom Wesenstest habe er den Hund aktuell erneut als gefährlich eingestuft. Das bedeutet, so Güber, der Hund muss weiter einen Maulkorb tragen und angeleint sein, wenn er das Haus verlässt. Außerdem darf der Hund lediglich von einer Person geführt werden, die dazu sowohl physisch als auch psychisch in der Lage ist. Diese Auflage werde sich auch nicht ändern. Im Zusammenspiel mit der Polizei und dem Ordnungsamt kontrolliere das Veterinäramt auch weiterhin unangemeldet die Halterin.

Die Mutter ist monatelang vetröstet worden

Brudras kann indes nicht nachvollziehen, warum der Wesenstest als Grundlage der Beurteilung hinzugezogen wird, wenn er doch eigentlich gar keine Aussagekraft hat. „Das ist doch unlogisch.“ Monatelang sei auf die Ergebnisse gewartet und sie vertröstet worden. Dass die Maulkorbpflicht nun bestehen bleibt, sei zwar eine Beruhigung, aber sie kann nicht verstehen, dass der Hund bei der Halterin bleiben darf, die aus ihrer Sicht mit dem Hund völlig überfordert ist. Das Tier mit seinen 45 Kilo bestimme den Weg, wenn die Besitzerin oder ihre Tochter das Tier führen. „Wir haben beobachtet, dass der Hund die Halterin ins Haus schleift“, sagt die Mutter des Opfers. Das sei für sie ein Indiz, dass die Nachbarin keine Kontrolle über das Tier habe. Auch Spaziergänge mit dem Hund würde die Frau vermeiden, aus Angst, den Vierbeiner nicht halten zu können.

Halterin hat Sachkundeprüfung bestanden

Güber erklärt, dass es keine Pflicht sei, mit einem Hund Gassi zu gehen. Aber natürlich werde ein Hund unzufrieden, wenn er unterfordert ist. Da die Halterin jedoch die praktische Sachkundeprüfung bestanden habe, hat sie die Fähigkeit unter Beweis gestellt, den Hund zu behalten, sagt Güber. In solch einem Fall stehe immer das Niedersächsische Hundegesetz dem Tierschutzgesetz entgegen. Da jedoch das Wohl des Kindes erste Priorität habe, dürfe der Hund nur angeleint mit dem Maulkorb im Garten sein.

Dem Veterinäramt habe sich die Hundebesitzerin gegenüber einsichtig gezeigt. Da der Hund vor dem Vorfall noch nicht auffällig geworden war und die Auflagen eingehalten wurden, sieht das Veterinäramt keinen Anlass, den Hund in Obhut zu nehmen. Das sei auch rechtlich nicht möglich. Brusdras hat sich deshalb mittlerweile auch an die Politik gewandt. In der Hoffnung, dass sie eine Änderung des Niedersächsischen Tierschutzgesetzes erwirkt und eine Inobhutnahme in Zukunft einfacher durchsetzbar ist – zum Wohle der Opfer.

Der Hund ist „eine tickende Zeitbombe“

Für die Stadthägerin ist es offensichtlich, dass von dem Tier eine Gefahr ausgeht, so lange das Tier bei der Nachbarin bleibt. Vor allem für ihre Tochter. „Ich bin überhaupt nicht dafür, dass der Hund eingeschläfert wird“, sagt Brudras. Aber es müsse sich eine fachkundige Person um das Tier kümmern. „Sonst ist dieser Hund eine tickende Zeitbombe und ich frage mich, wer die Verantwortung übernimmt, wenn noch einmal etwas passiert.“ Mit diesem Hund, der ihrer Tochter schwere Verletzungen am Kopf zugeführt hat, Tür an Tür zu wohnen, sei eine unerträgliche und unzumutbare Situation. Güber erklärt, dass ihn der Fall auch persönlich nah gegangen sei und er die Ängste des Mädchens gut nachvollziehen kann. Deshalb habe er auch gleich nach Eintreffen der Ergebnisse des Wesenstests dafür gesorgt, dass die Auflagen bestehen bleiben.

Um die Erlebnisse zu verarbeiten, geht die Siebenjährige wöchentlich zur Therapie. Dabei handelt es sich um eine Sitzung mit einem Therapiehund. Sie soll wieder Vertrauen zu den Tieren fassen. Die Therapeutin sehe Fortschritte. Treffe das Mädchen jedoch wieder auf den Nachbarshund, sei der Urzustand wieder hergestellt. Angst sei seit dem Vorfall ein ständiger Begleiter des Kindes. jemi

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