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„Na, dann mal los“

Stadthagen / Energie-Versorger „Na, dann mal los“

Gut möglich, dass der Rat zugreift. Käme der flächendeckende Kauf der just feilgebotenen Anteile des Energie-Versorgers e.on Westfalen-Weser durch die Kommunen zum Zuge, würden für die Kreisstadt nach SN-Informationen rund fünf Millionen Euro fällig.

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Stadthagen prüft die Stromnetz-Übernahme.

Quelle: rg

Von Stefan Rothe. Stadthagen. Offenbar steht aber ein Finanzierungsmodell im Raum, das einen Zugriff finanziell erträglich erscheinen ließe.

 Am kommenden Montag will die Stadtverwaltung die Ratsmitglieder in einer fraktionsübergreifenden Sitzung über Einzelheiten informieren. Auskunft geben soll auch ein e.on-Geschäftsführer.

 Über Einzelheiten will sich im Vorfeld keiner der Verantwortlichen öffentlich auslassen. Hinter den Kulissen ist aber zu erfahren, dass die rund fünf Millionen Euro nicht bar zu zahlen wären, käme das Finanzierungsmodell zum Zuge. Demnach würde die Stadt vielmehr acht bis zehn Jahre lang auf zu erwartende Erlöse aus dem Netzbetrieb verzichten. Zudem würde der kleine, jetzt schon in städtischem Besitz befindliche Netzanteil gegengerechnet. Das könnte dem Vernehmen nach zu einer gleichsam „selbsttragenden“ Finanzierung führen. Gewinne könnten dann freilich erst ab etwa 2022 in die städtische Kasse fließen.

 Bürgermeister Bernd Hellmann (SPD) machte auf Anfrage keinen Hehl aus seiner persönlichen Grundsatzüberzeugung, „dass die Stromnetze in kommunale Hand gehören“. Voraussetzung dafür sei aber aus konkreter Stadthäger Sicht „ein finanziell tragbarer Erwerb“. Eine solche Option stehe theoretisch im Raum, nach einer konkreten Umsetzung werde aber derzeit noch gesucht. Käme diese zustande, ist Hellmann der Meinung: „Na, dann mal los.“ Denn in einem solchen Fall seien „ Risiken beherrschbar, Chancen würden überwiegen“.

 Die Ratsgruppe SPD/Grüne hat die Bestrebungen zur Rekommunalisierung der Stromnetze nach den Worten ihres Sprechers Karsten Becker von Anfang an begrüßt. Daher werde auch die jetzt in Rede stehende Kaufoption sorgfältig geprüft. Voraussetzung für ein Ja müsse allerdings „eine langfristig finanziell und wirtschaftlich günstige Lösung“ sein. Es spreche aus heutiger Sicht durchaus einiges dafür, dass sich die im Raum stehende Option als attraktiv erweisen könne, so der Gruppensprecher. Der neu aufs Tapet gebrachte Weg des Anteilskaufs habe auch den Vorteil, dass die Kommunen nicht nur die Netze, sondern auch die fachkundigen Mitarbeiter dafür in eigene Regie bekämen. „Das würde die Risiken für die Betriebssicherheit minimieren.“

 CDU-Fraktionschef Heiko Tadge teilte mit, die Union habe noch kein Meinungsbild erstellt: „Dazu fehlen noch zu viele Detailinformationen.“ Für sich persönlich formulierte Tadge die Grundlagenposition: „Ich kann mir die Stromnetze durchaus als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge vorstellen.“ Bei der konkret anstehenden Entscheidung gelte es „alle Chancen und Risiken sorgfältig abzuwägen“.

 Ähnlich zurückhaltend äußerte sich Richard Wilmers, Sprecher der WIR/FDP-Gruppe. Die Meinungsbildung in der Ratsgruppe zum e.on-Thema beginne erst, sagte er.

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