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Nach Drohungen: Mitarbeiter sind in Sorge

Familienzentrum Stadthagen Nach Drohungen: Mitarbeiter sind in Sorge

Die Angst vor Gewalt und latent drohender Terrorgefahr hat betreuende städtische Organisationen erreicht. Im Familienzentrum an der Bahnhofstraße sind darum Maßnahmen getroffen worden.

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In einem Jobcenter in Rothenburg ob der Tauber wurde Ende 2014 ein Mitarbeiter angegriffen und getötet. Die Schaumburger Behörden sind schon seit einigen Jahren in Alarmbereitschaft.

Quelle: Archiv

Stadthagen. „Wir haben hier viel Publikumsverkehr“, erklärt Mitarbeiterin Carola Meier. Im Familienzentrum treffen sich allerdings nicht nur Mütter mit Kindern zum Spielen oder Frühstücken. Es wird sehr viel Beratungsarbeit geleistet, auch in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter. Wer sich zum Beispiel vom Jobcenter ungerecht behandelt fühlt oder wem gar durch andere behördliche Entscheidungen die Abschiebung droht, der stehe schon mal wütend und voll Unverständnis im Büro des Familienzentrums.

Es komme zumindest verbal zu Bedrohungen, so Meier. Sehr unangenehm werde es, wenn derjenige auf die Aufforderung: „Verlassen Sie das Büro“ nicht reagiere und einfach dableibe. Um sich zu schützen und nicht mit einem mulmigen Gefühl der Arbeit nachzugehen, haben die Angestellten einen Beschluss gefasst: Auf jeder Etage sollen immer mindestens zwei Mitarbeiter zugegen sein.

Auch beim Jobcenter in Stadthagen komme es nach Auskunft von dessen Leiter Bernd Dittmer immer wieder vor, dass „Mitarbeiter verbal bedroht werden und Kunden eine bedrohliche Körperhaltung einnehmen“. Allerdings könne keine Rede davon sein, dass sich die Vorfälle im Zuge der verstärkten Zuwanderung in den vergangenen Monaten gehäuft hätten, stellt Dittmer klar.

Bereits seit Jahren sind Behörden Drohungen ausgesetzt

Aufgrund der bundesweiten Attacken auf Mitarbeiter des Jobcenters in der Vergangenheit habe die Behörde jedoch schon vor Jahren Vorsichtsmaßnahmen getroffen. „Auf jedem Schreibtisch steht ein Warnsystem, mit dem Mitarbeiter per Knopfdruck ihre Kollegen alarmieren können“, berichtet Dittmer. Darüber hinaus sei jeder Mitarbeiter durch ein spezielles Training darin geschult worden, Situationen erst gar nicht eskalieren zu lassen.

Dass sich der Ton der Bürger gegenüber Behördenmitarbeitern verschärft hat, weiß auch Erster Kreisrat Klaus Heimann zu berichten. „Das ist allerdings schon seit einigen Jahren so.“ Dabei komme es mitunter auch zu Bedrohungen. „Wir haben daraus die Konsequenz gezogen, dass jeder strafrechtlich relevante Vorgang zur Anzeige gebracht wird“, so Heimann.

Die Liste der betroffenen Behörden sei lang – vom Jobcenter über das Sozialamt, Ordnungsamt und die Ausländerbehörde bis hin zum Straßenverkehrsamt, „um nur einige Beispiele zu nennen“, wie der Kreisrat betont. „Das hängt zum einen mit dem gesunkenen Respekt vor Behördenmitarbeitern zusammen, zum anderen aber auch mit der Tatsache, dass eine Behörde mitunter eine für den Betroffenen belastende Entscheidung treffen muss.“

Wenn der Führerschein entzogen wird, eine Aufenthaltsgenehmigung nicht erteilt wird oder ein Bußgeld wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung verhängt worden ist, führe das bei den Betroffenen mitunter zu Unmut, nennt Heimann einige Beispiele. sk/ber

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