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Nach Fenstersprung: 14-Jährige nach Minden

Jugendamt eingeschaltet Nach Fenstersprung: 14-Jährige nach Minden

Im Fall des 14-jährigen Mädchens, das am Sonnabend aus Angst vor ihrer Familie aus dem Fenster einer Wohnung im zweiten Stock gesprungen ist, hat die Polizei das Jugendamt eingeschaltet. Das Mädchen indes soll wegen ihrer schweren Wirbelsäulenverletzung aus dem Krankenhaus Stadthagen ins Mindener Klinikum verlegt werden.

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Stadthagen (kcg).  Zudem ermittelt die Polizei gegen die Brüder der Jugendlichen, unter anderem wegen Körperverletzung und Hausfriedensbruch.
Was war passiert? Die 14-Jährige serbischer Herkunft, die seit einem Jahr mit ihrer Familie in Stadthagen lebt, hatte sich am Sonnabend mit ihrem 22-jährigen Freund in einer Wohnung der Asylbewerberunterkunft an der Lauenhäger Straße getroffen. Als ihre Brüder versuchten, sich lautstark Zutritt zu der Wohnung zu verschaffen, ergriffen die beiden die Flucht und sprangen aus dem Fenster. Bei dem Sturz aus dem zweiten Stock verletzte sich die 14-Jährige an der Lendenwirbelsäule und ging wegen starker Schmerzen ins Stadthäger Krankenhaus.
Von dort flüchtete sie jedoch erneut, als die behandelnden Ärzte ankündigten, ihre Eltern zu benachrichtigen. Krankenhausmitarbeiter verständigten draufhin die Polizei, die mit zwei Streifenwagen nach der Schwerverletzten fahndeten. Durch den Kontakt über den Nachrichtendienst WhatsApp gelang es den Beamten schließlich, die 14-Jährige von der Notwendigkeit einer medizinischen Behandlung zu überzeugen, schildert ein Polizeisprecher.
Die Polizei traf die Minderjährige vor der Wohnung der Familie am Viehmarkt an und alarmierte den Rettungswagen. Zurück im Krankenhaus stellten die Ärzte fest, dass sich das Mädchen einen Lendenwirbel gebrochen hatte. Für weitere Untersuchungen soll sie ins Klinikum Minden verlegt werden.
Wegen des Verdachts der Kindeswohlgefährdung hat die Polizei nun das Jugendamt eingeschaltet. Nach Auskunft von Iris Meyer, stellvertretende Leiterin des Jugendamtes, haben sich ihre Mitarbeiter bereits dem Fall angenommen, werden Kontakt mit allen Beteiligten aufnehmen und prüfen, ob das Wohl der 14-Jährigen gefährdet ist.
Für die Brüder des Mädchens und einen 20 Jahre alten Marokkaner, in dessen Wohnung sich die Serbin und ihr 22-jähriger Freund getroffen hatten, bleibt der Vorfall nicht ohne Folgen. Bei der Auseinandersetzung vor der Wohnungstür des Marokkaners war es laut Polizei zu einem Handgemenge gekommen, bei dem der 20-Jährige von Schlägen auf der Brust getroffen worden sein soll. Die Polizei ermittelt nun gegen die drei Männer aus Serbien wegen Hausfriedensbruch, Bedrohung und Körperverletzung. Der Marrokaner wiederum muss sich wegen Körperverletzung verantworten, weil er Pfefferspray gegen die Serben eingesetzt hatte.
Die Familie der 14-Jährigen lebt seit einem Jahr in Stadthagen. Erst vor Kurzem ist sie aus der Übergangseinrichtung für Asylbewerber an der Lauenhäger Straße in eine Wohnung am Viehmarkt gezogen. Der 22 Jahre alte Freund des Mädchens ist in einer Erstaufnahmestation für Flüchtlinge in Düsseldorf gemeldet. Von ihm fehlt weiterhin jede Spur.

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