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Stadthagen Stadt Nach Schüssen droht Geldstrafe
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Nach Schüssen droht Geldstrafe
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00:16 21.04.2017
Quelle: dpa
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Stadthagen

Der Vorfall hatte auch für Aufsehen gesorgt, da ein paar Stunden nach den Schüssen in der Kreisstadt eine türkische Hochzeitsgesellschaft mit einem Autokorso den Verkehr auf der A 2 bei Hannover lahmgelegt und so für einen gefährlichen Stau samt Polizeigroßeinsatz gesorgt hatte. In beiden Fällen wurde niemand verletzt, dennoch findet die Polizei klare Worte für solche Aktionen: „Auch wenn der Beschuldigte die Schüsse in die Luft gefeuert hat, ist das gefährlich“, unterstreicht Bergmann. Besonders in Zeiten des nationalen und internationalen Terrors seien solche Aktionen fehl am Platze.

Wie berichtet, war in der Mittagszeit des Sonnabends ein großer Autokorso im Bereich der Hüttenstraße unterwegs. Gegen 12.15 Uhr meldeten Anwohner Böller beziehungsweise Schüsse. Eine alarmierte Streifenwagenbesatzung kontrollierte daraufhin den Autokorso. Zu diesem Zeitpunkt stellten die Beamten allerdings keine strafbaren Handlungen fest. Das Bild änderte sich jedoch wenig später, als erneut Anrufe auf der Dienststelle eingingen und die Beamten im Bereich der Loccumer Straße auf die feiernden Autofahrer stießen. Die Polizisten sahen, wie der später kontrollierte 21-Jährige aus der geöffneten Scheibe eines großzügig mit türkischen Fahnen verzierten BMW in die Luft schoss.

Die Polizisten stoppten den Wagen und überprüften die drei Insassen. Der junge Mann gab die Waffe offenbar nicht freiwillig heraus. Die Beamten fanden sie versteckt unter dem Beifahrersitz. Es handelt sich um eine Schreckschusspistole, der Nachbau einer 9 Millimeter Walther.

Verstoß gegen das Waffengesetz

Der Besitz ist nicht illegal, erläutert Bergmann, für die Nutzung ist allerdings der kleine Waffenschein Voraussetzung. Den hat der Stadthäger nicht. Gegen ihn wird nun wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt. Die Pistole samt der Munition liegen nun beim Landeskriminalamt. Die Experten dort untersuchen, womit die Waffe geladen war – Platzpatronen oder aber Gas.

Das letzte Mal, dass eine Hochzeit in der Festhalle einen Polizeieinsatz nach sich gezogen hat, war vor zwei Jahren. Kurz vor einer kurdischen Hochzeit im Mai 2015 waren zwei Drohanrufe bei der Polizei eingegangen. „Heute werden jede Menge Menschen in Stadthagen sterben“, verkündete damals eine männliche Stimme von zwei unterschiedlichen Fernsprechern. Beim zweiten Anruf sprach der Täter von einer Bombenexplosion.

Die Polizei nahm die Anrufe sehr ernst. 20 Beamte aus Schaumburg und Nienburg sowie Hundeführer aus Gifhorn waren vor Ort. Kurz nach 20.30 Uhr konnte Entwarnung gegeben werden. Die Polizei gab die Festhalle zum Weiterfeiern frei. Auch Feuerwehr und DRK zogen wieder ab. Den Anrufer von damals konnte die Polizei bislang nicht ermitteln. Er wird im privaten Umfeld des Paares vermutet.

Was die Strafverfolgung im aktuellen Fall betrifft, ist die Beweislage eindeutig. Immerhin wurde der Schütze von den Beamten beobachtet. Im Falle einer Verurteilung droht dem 21-Jährigen voraussichtlich eine Geldstrafe. vin

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