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Nach tödlichem Unfall: Stadt will kurzfristig handeln

Neue Ampelschaltung Nach tödlichem Unfall: Stadt will kurzfristig handeln

Als Reaktion auf den dramatischen Unfalltod eines siebenjährigen Mädchens will die Stadtverwaltung an der fraglichen Abzweigung kurzfristig zusätzliche Fahrbahnmarkierungen aufbringen.

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Anstatt an dieser Stelle der Vornhäger Straße nach rechts auf die Umgehungsstraße (Dülwaldstraße) abzubiegen, fahren etliche Lastwagen in Richtung Stadt weiter.

Quelle: kil

Stadthagen. Wie Bürgermeister Oliver Theiß auf Anfrage mitteilte, soll die Vornhäger Straße schon nächste Woche auf den letzten Metern vor der Einmündung in die Lauenhäger Straße am rechten Rand mit einem gebogenen weißen Streifen versehen werden. Dieser soll Autofahrer beim Abbiegen zu einem größeren Radius zwingen. „Das ändert zwar die Situation für Lastwagen nicht, weil die sowieso beim Abbiegen ausholen müssen“, schränkt Theiß ein, „aber bei Autos können wir so erreichen, dass deren Fahrer Radler und Fußgänger besser wahrnehmen.“

Was unternimmt die Stadt noch?
Laut Theiß will sie sich „mit Nachdruck dafür einsetzen“, dass an der Einbiegung die Fußgänger und Radfahrer eine eigene grüne Ampelphase bekommen. Zu entscheiden habe dies allerdings die Landesbehörde für Verkehr, da es sich bei der Vornhäger Straße um eine Landesstraße handelt.

Wie sehr der Tod des Mädchens die Menschen beschäftigt, zeigen zum Beispiel zahlreiche Zuschriften an die SN-Redaktion. So erinnert Gerd Schönemann, langjähriger Verkehrsexperte der Stadthäger Polizei, an „mehrere schwere Verkehrsunfälle“ an besagter Kreuzung. Unter anderem sei dort Mitte der 1990er Jahre eine ältere Radfahrerin beim Abbiegen eines Lastwagens tödlich verletzt worden. Schon damals sei an eine Kreisellösung gedacht worden, weiß Schönemann. Dies sei aber wegen der Grundeigentumsverhältnisse verworfen worden.

Was empfiehlt der Experte?
Der Ex-Polizist schlägt als Sofortmaßnahme die Einrichtung eines „Gelbblinkers“ mit Radfahrsymbol an der Abbiegung vor. „Ein solches Blinksignal würde sicherlich die Aufmerksamkeit aller Kfz-Fahrer mit Blick auf Radler erhöhen.“ Zudem wäre dies „in 14 Tagen und mit einem überschaubaren Kostenrahmen umzusetzen“. Für Bürgermeister Theiß eine „sinnvolle Option“.

Warum fahren überhaupt noch so viele Lkw durch die Stadt und nicht über die Dülwaldstraße auf dem Weg zur Industriestraße? Ist die neue Umgehungsstraße zu schlecht ausgeschildert?
Theiß vermutet, dass neben mangelnden Ortskenntnissen oder veralteten Navigationsgeräten auch die Lkw-Maut auf der B 65 ein Grund ist, durch die Stadt zu fahren. Bei innerstädtischen Zielen würden Lkw vom Navi über die Ecke Vornhäger-/Lauenhäger Straße geleitet, weiß Transportunternehmer Matthias Molthahn. Der Experte bemängelt aber auch: Die weißen Schilder, die auf Umgehungsstrecken hinweisen sollen, sind zu klein. Zudem fehlten darauf zielführende Firmennamen.  ssr, tbh

Hilfe bei der Trauerarbeit

Mit einer Trauerfeier ist gestern an der Grundschule Am Stadtturm des bei dem Unfall ums Leben gekommenen Mädchens gedacht worden. Den ganzen Schultag über waren zudem fünf Schulpsychologen vor Ort. Diese sollen bei Bedarf helfen, dass Schüler das Geschehene verarbeiten können. „Oft ist es wichtig, einfach das Gefühl zu vermitteln: Du bist nicht alleine und ich höre Dir zu“, erläuterte Bernd Deseniß, Dezernent für Schulpsychologie bei der Landesschulbehörde, der selbst vor Ort im Einsatz war.

„Manchmal möchte ein Kind in den Arm genommen werden und einfach nur weinen.“ Bei anderen sei das Angebot sinnvoll, ein Bild zu malen und dadurch Trauerarbeit zu leisten. Immer gehe es dabei um das Vermitteln von Sicherheit. Wichtig sei, dass die Kinder das traumatische Erlebnis auf gesunde Weise in ihrem Gedächtnis abspeichern, damit die Erinnerungen nicht auf Dauer unkontrolliert im Kopf herumspuken, erklärte der Experte. Die Schulpsychologen stehen laut Deseniß auch den betroffenen Lehrkräften beratend zur Verfügung, wie mit einer solchen Situation am besten umzugehen ist.  ssr

Schulweg

Der schreckliche Unfall hat bei vielen Eltern Sorgen um die Sicherheit des Schulweges ihrer Kinder ausgelöst. Wobei es – anders als oft behauptet – keinen offiziellen Schulweg gibt, wie ein Sprecher der Stadthäger Polizei feststellt. Väter und Mütter könnten selbst entscheiden, welchen Weg sie für richtig halten und welche Route ihre Kinder nehmen sollen.

Auch die „Gelbe-Füße-Aktion“ mit Fußabdrücken als Wegweiser für Verkehrsanfänger sei lediglich als Empfehlung beziehungsweise Hilfestellung gedacht. So sollen Grundschüler im Rahmen der Verkehrserziehung lernen, worauf sie beim Überqueren bestimmter Straßen achten und wie sie sich im Verkehr verhalten müssen.
Bei der Verkehrserziehung seien vor allem die Eltern selbst in der Pflicht. „Es muss ihre Aufgabe sein, mit den Kindern den Weg zur Schule zu üben“, betont der Polizeisprecher. tbh

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