Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Regen

Navigation:
Netzwerken außerhalb des Stadtmarketings

„Chapter"-Bildung in Stadthagen Netzwerken außerhalb des Stadtmarketings

Ein Unternehmerteam, das sich gegenseitig hilft, Aufträge zu vermitteln: So lautet das Ziel von Business Network International (BNI). Die Stadthägerin Kerstin Thieler schwört auf dieses Netzwerk für Unternehmer.

Voriger Artikel
„Höhere Verantwortung als im Sportverein“
Nächster Artikel
Kaninchen verenden am Jahnstadion

STADTHAGEN. Sie gehört der Regionalgruppe in Minden an, möchte aber ein solches „Chapter“, wie es im BNI-Jargon heißt, auch gerne in Stadthagen etablieren.
„Es gibt eben auch Alternativen zum klassischen Stadtmarketing“, sagt Thieler. Aus ihrer Sicht auch effizientere, die „nicht nur heiße Luft“ produzieren: „Wir sind ein strukturiertes Empfehlungswerk nach dem Motto ‚Wer gibt, hat Erfolg‘“, erläutert die Website-Gestalterin. Es gehe um das eigene Geschäft und die Steigerung des Umsatzes des Unternehmens. Das allerdings sei nur möglich, indem sich die Mitglieder gegenseitig unterstützen. Eine Ellbogenmentalität sei nicht erwünscht und führe nicht zum Erfolg.
Als Konkurrenz zum Stadtmarketing Stadthagen (SMS), will Thieler die BNI jedoch nicht verstanden wissen. Schließlich sei es möglich, in beiden Netzwerken Mitglied zu sein. „Man kann SMS und BNI nicht miteinander vergleichen“, meint Thieler. Das Stadtmarketing sei sehr bezogen auf die Kernstadt, alle Aktionen spielten sich in der Innenstadt ab. Hinzu komme, und da setzt Thielers Kritik an, dass einige dominante Geschäftsleute den Hut aufhaben und ihr eigenes „Süppchen kochen“. Andere kämen nur schwer dazwischen. „Bei uns dagegen hat jeder die gleiche Bedeutung“, sagt sie.

Raabe kann Kritik nicht nachvollziehen

Kritik die SMS-Chef Günter Raabe nicht nachvollziehen kann: „Unser Vorstand ist breit gestreut“, betont er und wehrt sich gegen den Vorwurf, dass nur einige, die den „Hut aufhaben, ihr eigenes Süppchen kochen“.
Auch sei es nicht richtig, dass sich die Arbeit des Stadtmarketings nur auf die Kernstadt beschränke. Zwar sei der SMS in erster Linie für die Innenstadt zuständig, aber auch Geschäftsleute und Unternehmen an der Peripherie würden von den Veranstaltungen profitieren. Zudem seien auch Firmen wie Faurecia und die Autohäuser am Ortseingang Mitglieder und hätten ebenfalls einen Nutzen davon, dass der SMS für eine attraktive Stadt sorge.
Thieler ist optimistisch, dass sich in Kürze auch in Stadthagen für die Unternehmer in Schaumburg ein BNI-Netzwerk etablieren wird. Sechs Anfragen lägen ihr bereits vor.
Sie will eine Neugründung gemeinsam mit Regionaldirektorin Britta Deuwerth unterstützen. Deuwerth ist davon überzeugt, dass das Netzwerk entscheidend ist, um neue Kontakte zu knüpfen, und damit auch einen lukrativen „Türöffner“ für weitere Aufträge darstelle. Letztlich habe mit Blick auf die Wirtschaftsförderung der gesamte Landkreis etwas davon.

Mitgliedschaft kostet 950 Euro im Jahr

Die Mitglieder haben innerhalb ihres Netzwerkes Branchen-Exklusivität, so Thieler. Das bedeutet, es darf beispielsweise nur einen Heilpraktiker oder Bauunternehmer geben. Die Mitgliedschaft kostet 950 Euro pro Jahr. „Danach kann man sich erneut bewerben.“ Wer sich zu wenig einbringe oder schlechte Leistung erbracht habe, müsse unter Umständen einem anderen Interessenten Platz machen. Die eingezahlte Summe sei schnell wieder eingenommen – durch die Empfehlungen der Team-Kollegen. „Im Schnitt hat jeder Netzwerker bei uns einen Umsatz von 60 000 Euro durch das Mitwirken beim BNI“, sagt sie. Ihr „Chapter Weserbogen“ in Minden habe nach knapp zwei Jahren die Drei-Millionen-Euro-Marke geknackt. „Es ist natürlich wichtig, dass wir geschäftlich voneinander profitieren, aber man fühlt sich einfach auch nicht so allein.“
Inwieweit sich das von Thieler angestrebte Netzwerk von dem SMS unterscheide oder eine Konkurrenz darstelle, kann Raabe nicht bewerten, ohne das Konzept zu kennen. Grundsätzlich könne ein Netzwerk aber nicht schaden. Nach Worten des SMS-Vorsitzendenden sei es jedoch wichtig, dass niemand ausgegrenzt werde. Wenn es Berührungspunkte gebe und das Vorhaben keine völlig andere Zielrichtung habe, kann Raabe sich auch eine Zusammenarbeit vorstellen. jemi, tbh

factbox

Was will BNI?

Business Network International (BNI) wurde 1985 von Ivan Misner in den USA gegründet und ist ein Unternehmernetzwerk für Geschäftsempfehlungen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gehören laut Thieler rund 200000 Mitglieder der Organisation an. Ziel des BNI ist laut eigener Aussage eine Umsatzsteigerung der angeschlossenen Unternehmen durch neue Kontakte und Empfehlungen. Jede Chaptergründung kann bei zehn Interessenten erfolgen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben
Mehr zum Artikel
Nach Vorwurf von Thieler

Unterstützung aus der Nachbarstadt: Giovanni di Noto, Vorstand des Vereins Bückeburger Stadtmarketing (BSM), hat das Stadthäger SMS gegen die jüngsten Vorwürfe in Schutz genommen. Die Anschuldigungen von Unternehmerin Kerstin Thieler hält er für „unfair“.

mehr

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg