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Neue Glaspyramide für Sitzungssaal im Rathaus

Sanierung kostet 180.000 Euro Neue Glaspyramide für Sitzungssaal im Rathaus

Nach 35 Jahren hat das alte Glasdach über dem Sitzungssaal des Rathauses ausgedient. An mehreren Stellen undicht geworden, ließ es sich nicht mehr dauerhaft abdichten. Jetzt wird saniert.

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Im Sitzungssaal wie an der Fassade des Rathauses stehen die Gerüste für Dachsanierung bereit.

Quelle: Foto: rg

Stadthagen . Dabei war Regen, der in den Sitzungen von der Decke tropfen könnte, die geringste Sorge der Kommunalpolitiker.

 „Wenn die Sonne auf das Glasdach geschienen hat, war es im Sitzungssaal unerträglich warm. Dafür musste es draußen nicht einmal sonderlich heiß sein“, erinnert sich Heiko Tadge (CDU). Der Fraktionssprecher glaubt allerdings nicht, dass die Temperatur im Saal notwendigerweise auch die Gemüter der Abgeordneten erhitzt hat. „Ich denke, 80 Prozent unserer Sitzungen sind recht harmonisch verlaufen. Ob der Rest wegen der heißen Themen oder der heißen Luft so hochgekocht ist, sei dahin gestellt“, sagt Tadge schmunzelnd.

 Jan-Philipp Beck (SPD) stimmt zu. „Die Hitze hat unserem Diskussionsklima nicht geschadet. Über die Schiebefenster haben wir uns etwas Abhilfe verschaffen können.“ Auch jene Kollegen, die üblicherweise Wert auf ein förmliches Erscheinungsbild legten, hätten dort regelmäßig auf Krawatte und Sakko für etwas Erleichterung verzichtet.

 Den Einbau einer Klimaanlage habe der Rat wegen der unverhältnismäßig hohen Kosten schnell verworfen. „Eine Anlage mit ausreichend Leistung wäre so groß wie ein Kleintransporter“, schätzt Hausverwalter Thomas Fritz.

 Für 180.000 Euro wird nun bald eine neue Glaspyramide auf dem Gebäudedach thronen. Die bisher installierte Holzbalkenkonstruktion wird das Gewicht des neuen Daches allerdings nicht mehr tragen können, denn die Fenster werden gemäß der heutigen Anforderungen an die Wärmedämmung dreifach verglast sein.

 „Die Vorbereitungen für den Umbau durch die Zimmerei sind abgeschlossen“, sagt Fritz beim Ortstermin im leeren Sitzungssaal. Tische und Stühle haben einem Baugerüst Platz gemacht. Für die letzten Sitzungen von Rat und Ausschüssen sind die Gremien – je nach Themenschwerpunkt – in Feuerwehrgerätehäuser, Kindergärten oder die Alte Polizei ausgewichen.

 Viele heimische Firmen sind an dem Umbau beteiligt. Die Statiker der Firma Meihorst und Partner aus Stadthagen und das Architekturbüro Ballosch aus Meerbeck sind für die Planung verantwortlich. An die qualmenden Köpfe der Ratspolitiker ist gedacht: Das neue Dach werde eine spezielle Verglasung mit Wärmeabsorbierung bekommen – „angenehmere Temperaturen für vernünftige Beschlüsse“, scherzt Fritz.

 „Ist die Holzkonstruktion verstärkt, können das alte Glasdach abgebaut, das neue in etwa 15 Modulen eingesetzt und die Verbindungspunkte zwischen Glas und Beton hergestellt werden“, erklärt der Hausverwalter. Danach sei die Verglasung in den Giebeln, die Elektrik und zu guter Letzt ein neuer Teppich und ein Anstrich im Saal dran. „Für so einen Umbau brauchen die Fachleute ‚konstruktive Lösungen‘. Das lässt sich vorab gar nicht alles planen“, weiß Fritz. Wann die neue Glaspyramide per Kran auf dem Dach platziert wird, habe das Architekturbüro noch nicht genau festgelegt – Fritz vermutet in 14 Tagen. Wenn der Umbau des Sitzungssaals weiterhin im Zeitplan bleibt, werde die erste Sitzung des neukonstituierten Stadtrates dort am 7. November stattfinden können.  geb

Kosten werden aufgeteilt

Die Stadt trägt zwar den Löwenanteil der Kosten für die Sanierung, weil das Rathaus aber Teil der Eigentümergemeinschaft an der Rathauspassage ist, werden auch die anderen Eigentümer anteilig zur Kasse gebeten. Für 70 Prozent der Summe wird die Stadt aufkommen. Von den insgesamt 27 Einheiten der Eigentümergemeinschaft hält sie fünf. Die restlichen 30 Prozent entfallen je nach Anteil an der Immobilie auf die Ladeneigentümer mit insgesamt acht Einheiten und die Eigentümer von Wohnungen und Büros mit insgesamt 14 Einheiten.

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