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Nicht als „verlorene Schlacht“ werten

Stadthagen / Palliativvortrag Nicht als „verlorene Schlacht“ werten

„Wir können nichts mehr für Sie tun.“ Mit diesen Worten wurden schon viele Patienten in den Abgrund gestürzt. Wo geht die Reise hin, wenn totkranke Menschen „austherapiert“ sind, wenn keine Behandlung mehr Heilung verspricht? Wohin geht die Reise dann? Um diese Fragen hat sich eine Podiumsdiskussion des „Ambulanten Palliativberatungsdienstes Schaumburg“ (apd) gedreht.

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Einen szenischen Einstieg ins Thema bietet die „art & acting gmbH“ mit einem „Koffer für die letzte Reise“.

Quelle: kil

Von Kirsten Elschner. Fünf Gäste haben sich in der „Alten Polizei“ den Fragen von Moderator Guido Scholl (SN) und des Publikums gestellt. Unter dem Motto „Dein Koffer für die letzte Reise“ beleuchteten aus unterschiedlichen Blickwinkeln Palliativmediziner Friedhelm Henze, Pastor Andreas Hecht, Rechtsanwalt Hans-Dieter Liebelt, Intensivkrankenschwester Gundi Lange und Patientenvertreterin Sabine Erdmenger das Thema.

 Palliativversorgung bedeute nicht mehr Heilung, sondern Linderung des Leidens, erklärte Henze. Es müssten neue Ziele definiert werden. Es gehe um Würde und Lebensqualität. Dazu brauche es zum einen die Pharmakologie, aber auch die seelische Unterstützung. Manchmal werde den Patienten lange verschwiegen, dass sie bereits Palliativpatient seien. Dabei „hat jeder das Recht auf seinen eigenen Tod“. Als Palliativarzt brauche man Wissen, Handwerk und Haltung.

 Und an eben dieser Haltung, meint Lange, fehle es manchen Ärzten. Man müsse akzeptieren, wenn keine Heilung mehr möglich ist, und dies als ehrgeiziger Arzt nicht „als verlorene Schlacht“ werten. Man müsse offen mit dem Tod umgehen – ein „Tabubruch“, den auch Hecht als Pastor sehr begrüßt.

 Wie wichtig ein offener Umgang mit dem Sterben und eine würdevolle Begleitung vor dem Tod sind, hat Erdmenger selbst erfahren. Sie berichtet vom Tod ihres krebskranken Freundes. Nach einer offenbar schlechten Behandlung im Altenheim sei dieser ins Hospiz gekommen, wo er die letzten Monate wieder Lebensfreude gewonnen habe.

 Die Wartelisten für Hospize sind lang. Henze und Liebelt setzen sich daher für ein stationäres Hospiz in Schaumburg ein, dass im Bückeburger Krankenhaus untergebracht werden könnte, wenn das neue Klinikum vollendet ist. Aufgrund der Bauverzögerung rechnen die beiden mit einer möglichen Umsetzung des Hospizes im Jahr 2015.

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