Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Nicht gern gesehen

Stadthagen Nicht gern gesehen

Das Modell Anrufbus läuft immer erfolgreicher: Der Verein Anrufbus Niedernwöhren hat erst kürzlich vermeldet, dass seit Beginn des Projektes im Jahr 2003 bereits knapp 65000 Gäste befördert wurden.

Voriger Artikel
Alles nur Fassade
Nächster Artikel
Theiß stellt Bürgerbrief vor

 Der Bahnhof liegt fest in der Hand der Taxibetriebe.

Quelle: rg

Stadthagen. Auch in der Samtgemeinde Nienstädt rollt seit vergangener Woche ein Anrufbus. Doch diese sind nicht überall gern gesehen. Vor allem Taxibetreibern stößt die preisgünstige Alternative sauer auf.

 „Zu solchen Preisen kann kein Taxi-Unternehmen bestehen. Wenn das so weiter geht und Leistung nichts mehr kosten soll, schneiden wir uns bald gegenseitig die Haare“, stellt Lothar Fugmann vom Taxi-Ruf Stadthagen fest.

 In dieselbe Kerbe schlägt Andreas Jäschke vom gleichnamigen Taxibetrieb in Stadthagen: „Der Anrufbus ist für uns Konkurrenz und vernichtet Arbeitsplätze.“ Diesen Vorwurf kann Erika Hoppe-Deter, Vorsitzende des Vereins Anrufbus Niedernwöhren, nicht nachvollziehen. Für sie steht der soziale Auftrag im Vordergrund. „Wir sind keine Konkurrenz. Leute, die unsere Leistung in Anspruch nehmen, haben schlichtweg kein Geld fürs Taxi“, sagt sie. Viele Ältere würden mühsam das Geld zusammenkratzen, um beispielsweise zum Arzt zu kommen. Außerdem könne der Verein dazu beitragen, dass ältere Menschen länger unabhängig agieren können.

 „Mit Gemeinnützigkeit hat das nicht viel zu tun“, entgegnet Jäschke. „Für uns entstehen dadurch nur Nachteile. Wenn ich mein Personal nicht bezahlen müsste, könnten wir denselben Service anbieten.“

 „Die Leute haben doch die Alternative“, erwidert Hoppe-Deter, „und ab 18 Uhr fahren wir sowieso nicht mehr.“ Michael Meier, Inhaber von Taxi MM, kann das zwar bestätigen: „Abends bekommen wir wieder Anfragen.“ Aber: „Damit können wir die Verluste vom Tagesgeschäft nicht auffangen.“ Denn über den Tag verteilt würden seit der Einführung des Anrufbusses überhaupt keine Bestellungen aus der Samtgemeinde Niedernwöhren kommen.

 Die Möglichkeit einer Kooperation von Anrufbus und Taxiunternehmen – wie etwa bei der Samtgemeinde Rodenberg – sieht Jäschke skeptisch: „Das Kind ist schon in den Brunnen gefallen. In dieser Hinsicht wird wohl nicht mehr viel passieren.“

 Hoppe-Deter denkt ohnehin, dass die Anrufbusse nicht das entscheidende Problem für Taxibetriebe seien: „Da spielt doch eher der kommende Mindestlohn eine Rolle“, glaubt sie. js

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg