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Stadthagen Stadt Nicht mehr hören oder immer erinnern
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Nicht mehr hören oder immer erinnern
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00:23 30.01.2015
Schüler und Passanten legen Rosen an Stolpersteinen nieder. Quelle: sk
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Stadthagen.

 Anlass war die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 70 Jahren. Eingeladen zur Gedenk-Aktion hatte der Förderverein ehemalige Synagoge.

„Meine Eltern haben erlebt, wie sie die Familie Lion weggeschleppt haben“, sagte Hans Busche (76), zufälliger Passant, mit Blick auf das Pflaster vor dem Modehaus Hagemeyer. Dort ist „Elias Lion“ auf einem Stolperstein zu lesen. Am Modehaus, auf dem Marktplatz, auf der Obern- und Niedernstraße, am jüdischen Friedhof, rahmten die Rosen Namen der einst von den Nazis verschleppten Stadthäger Bürger.

„Ich finde, darüber muss man immer wieder nachdenken“, betonte IGS-Schülerin Maya Lienert (19). Mit drei Freunden vom Verein Tu Wat hatte sie Rosen niedergelegt. Nicht alle Wochenmarktbesucher ließen sich jedoch von den entstandenen Blumeninseln und deren stummer Aussage anrühren. „Irgendwann will man es nicht mehr hören“, kommentierte genervt eine Frau im Vorübergehen.

Die Notwendigkeit des Erinnerns betonten sowohl Bernd Hellmann, Vorsitzender des Fördervereins, als auch vier RGS-Schüler. In der Martini-Kirche, die sich zu einer halbstündigen Schlussveranstaltung füllte, fassten Anna-Lena Ernst (17), Niccolo Look (18) in Vertretung für Autor Jan Chlouba (18), Léon Romeike (17) und Eva-Lotte Schifkowski (17) in Worte, wie sehr sie ein Besuch der Gedenkstätte Auschwitz berührt hat.

„Warum scheint die Sonne auch auf diesen Ort?“ fragte Look. Viele Begriffe stünden beschreibungslos für sich, so Schmerz und Leid. Aber, so Look: „Verantwortung steht für mich.“ Blechbläser des RGS unter der Leitung von Andreas Meyer bereiteten mit „Gabriellas Song“ eine dem Leben zugewandte Stimmung für die Worte der Schüler. sk

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