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Nicht mehr wegzudenken

Frauenhaus Stadthagen Nicht mehr wegzudenken

Das 30-jährige Bestehen des Frauenhauses haben ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter der AWO sowie Vertreter aus Politik und öffentlichem Leben am Sonntag in Stadthagen gefeiert.

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AWO-Mitarbeiter sowie Gäste aus Verwaltung, Politik und öffentlichem Leben feiern das 30-jährige Bestehen des Frauenhauses.

Quelle: tro

STADTHAGEN. Wobei das mit dem Feiern so eine Sache war: „Es ist nicht die Fröhlichkeit eines Vereinsjubiläums und man kann nicht froh darüber sein, dass die Gewalt in Familien eher noch zugenommen hat“, sagte der Awo-Kreisvorsitzende Heinz-Gerhard Schöttelndreier. „Dennoch: Das Frauenhaus ist im sozialen Netzwerk und in der Gesellschaft fest integriert.“

Es gehe um die Notwendigkeit, um den Schutz und das Wohl der betroffenen Frauen und Kinder, um das Selbstverständnis des Frauenhauses. Denn die dortige Arbeit eröffne den Betroffenen Perspektiven für eine gewaltfreie Zukunft. „Das Frauenhaus ist als Institution selbstverständlich geworden und nicht mehr wegzudenken“, so Schöttelndreier weiter.

„Die Belegungszahlen schnellten bis unter das Dach"

Der Ex-Landrat betonte aber auch, dass dies nicht immer so war. Er erinnerte an die politische Diskussion vor 30 Jahren, die „Zweifel an der Notwendigkeit eines Frauenhauses“. Dabei habe der dortige Zulauf den Befürworten schnell Recht gegeben: „Die Belegungszahlen schnellten bis unter das Dach. Die Einrichtung Frauenhaus hat die Gesellschaft zwar nicht reformiert, ihr jedoch die Grenzen der Möglichkeiten aufgezeigt.“

Dass das Frauenhaus heute Anerkennung erfährt, betonte auch Landrat Jörg Farr. „Anders als damals stellt heute niemand mehr die Notwendigkeit infrage“, sagte er. Dass es einen Bedarf an der Einrichtung, sei aber „erschreckend“. Doch fänden Frauen und Kinder im Frauenhaus „praktische, professionelle und einfühlsame Hilfe“, wofür er weiterhin tatkräftige und finanzielle Unterstützung zusagte – die Finanzierung tragen zu zwei Dritteln der Landkreis sowie zu einem Drittel das Land.

Fast 115000 Hilfesuchende

Ähnlich äußerte sich auch Cornelia Rundt, die niedersächsische Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Migration. „Gut, dass es das Frauenhaus gibt, erschreckend, dass auch drei Jahrzehnte später die Zahl der Schutzsuchenden nach wie vor hoch ist“, sagte sie. Gewalt gegen Frauen und Mädchen sei weiterhin ein schwerwiegendes Problem: Allein in Niedersachsen hätten zwischen 2012 und 2015 fast 115000 von Gewalt betroffene Frauen und Kinder entsprechende Einrichtungen aufgesucht und Beratung sowie Hilfe in Anspruch genommen. Bei häuslicher Gewalt handele es sich um ein gesamtgesellschaftliches Problem, dem entgegengewirkt werden müsse. tro

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