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Niedrigzins auch ein lokales Thema

17. Schaumburger Börsennacht Niedrigzins auch ein lokales Thema

Das Thema Niedrigzinsen wird die Finanzwelt auch in den kommenden Jahren so schnell nicht loslassen. Das war auch am bei der 17. Schaumburger Börsennacht zu spüren, die die Sparkasse für mehr als 250 ihrer Kunden und Vertreter des öffentlichen Lebens in ihrer Hauptfiliale in Stadthagen veranstaltete.

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Unternehmer diskutieren auf dem Podium der  Börsennacht über Niedrigzinsen und Digitalisierung.

Quelle: rg

Stadthagen. Passenderweise hatte der Hauptreferent Torsten Windels, Chefvolkswirt der Norddeutschen Landesbank, seinen Vortrag dem Thema gewidmet, ob im kommendem Jahr mit der langersehnten Zinswende zu rechnen sei. Nur, um zur Belustigung der Anwesenden schon im ersten Satz zuzugeben: „Einfache Antwort: Ich habe keine Ahnung.“ Gänzlich ratlos ließ der Wirtschafts-Experte die Gäste in der Schalterhalle jedoch letztlich nicht zurück.

Die Zinswende bahne sich an, auch wenn 2018 vorerst noch keine Veränderung in Sicht sei. „Es wird länger dauern, als uns das lieb ist“, sagte Windels. Nach ersten vorsichtigen Schritten könnte ab 2020 mit ersten Zinserhöhungen gerechnet werden. Eine Blaupause für diese Entwicklung seien stets die Aktionen der US-amerikanischen Zentralbank Fed, erklärte Windels. „Die USA haben einen massiven Einfluss auf die internationalen Kapitalmärkte.“ Was die Fed heute entscheide, würde drei Jahre später auch von der Europäischen Zentralbank beschlossen.

Ernsthafte Bedrohung

Dass sich das im ersten Moment komplex anmutende Thema Niedrigzins auch im lokalen Raum niederschlägt, machte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Schaumburg, Stefan Nottmeier, klar. Für das regional verankerte Kreditinstitut bedeutet die Entwicklung an den Finanzmärkten eine ernsthafte Bedrohung ihres Geschäftsmodells. Einen Großteil ihrer Erträge erzielt die Bank aus dem Zinsgeschäft. Weil dieses schrumpft, sah sich die Sparkasse in diesem Jahr erstmals seit 2003 gezwungen, ihre Gebühren zu erhöhen. Das regionale Engagement der Bank blieb der schwierigen Lage zum Trotz jedoch unangetastet: Mit 750.000 Euro unterstützte die Sparkasse auch in diesem Jahr soziale Projekte.

Weltweit das Schlusslicht

Im zweiten Teil der Veranstaltung hatten drei Schaumburger Unternehmer bei einer Podiumsdiskussion die Möglichkeit, ihre Betriebe vorzustellen. Als besonderes Anliegen kristallisierte sich dabei das Thema Digitalisierung heraus. „Tragischerweise sind wir weltweit Schlusslicht in Sachen Digitalisierung“, sagte Robert Falch, Gesellschafter beim Anlagenbauer Hohmeier, der auch Volkswagen beliefert.
Auch für Friedrich Schütte, Vorstand der Versicherung BKK 24 aus Obernkirchen ist die Digitalisierung ein Reizthema. Vor Kurzem fusionierte das Unternehmen mit der Krankenkasse BKK advita aus Rheinland-Pfalz. Mehr denn je sei die Versicherung nun auf ein gut ausgebautes Glasfasernetz angewiesen, um beim Austausch von Daten keine Zeit zu verlieren.

Sabine Blindow, Geschäftsführerin der gleichnamigen Privatschule, sieht die Digitalisierung als Chance für ihre Schüler. Ihr Hauptanliegen bleibt jedoch ein anderes: „Es gibt tausende Studiengänge und Ausbildungsmöglichkeiten. Wir wollen jungen Menschen eine Perspektive aufzeigen, die genau zu ihnen passt“, sagte Blindow.

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