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Nostalgie auf Schienen

Mit der Dampflok Else durch Schaumburg Nostalgie auf Schienen

Hunderte Fahrgäste haben es mit dem Einsteigen in die Waggons nicht eilig gehabt: Erstmal musste die imposante und bereits Dampf speiende Lokomotive besichtigt werden: „Else“.

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Mit Dampf geht es vorwärts.

Quelle: sk

STADTHAGEN. Der Verein Dampfeisenbahn Weserbergland (DEW) hatte zur Fahrt mit der Museumsbahn von Stadthagen West nach Rinteln Nord eingeladen.

Der Weg zu „Else“ führt über Stock und Stein, durch Gras und Schotter. Das Gelände vom Bahnhof West ist nicht gepflastert. Hier gibt es keine Treppen, keinen überdachten Bahnsteig, keine Lautsprecheransagen. Und nach den ersten Meter fragt sich der Fahrgast: Wo ist denn nun der Zug? Bin ich richtig in der Wildnis? Ah, da vorn streben Leute in eine Richtung. Also hinterher. Und da stehen plötzlich die Waggons, alte Waggons aus den sechziger Jahren, auch ein Mitropa-Speisewagen. Und ganz vorne – man muss sich ganz schön durch das Gras kämpfen – ganz vorn dampft „Else“, die 70 Jahre alte Dampflok, die der Verein DEW betreibt und deren lang anhaltender Pfeifton Kilometer weit auf ihrer Fahrt zwischen Stadthagen und Rinteln zu hören ist, an mehreren Sonntagen im Jahr.

„Dass so viele Leute da sind!“ wundert sich die Stadthägerin Edith Lübben über die Zahl der Mitfahrer, Leute jeden Alters, junge Familien mit den Sprösslingen, alte Eisenbahnfans, alle in Freitzeitlaune und in Erwartung. Zur Nachmittagstour sind die sieben Waggons gut besetzt, bei der Morgenfahrt sei es rappelvoll gewesen, ist zu hören. Gegenüber von Edith Lübben sitzt die Nienstädterin Heide Schmitz (74), die die Fahrtstrecke genau kennt. Die ehemalige Geschäftsführerin des Unternehmens Altenburg, das damals in Bahnhofsnähe in Stadthagen ansässig war, ist von 1956 bis 1958 täglich mit der regulären Bahn von Nienstädt nach Stadthagen gefahren. „Es war eine schöne Gemeinschaft, alle die mit dem Zug gefahren sind“, erinnert sich Schmitz. Anfang der sechziger Jahre wurde die Strecke stillgelegt. Nun fährt hier „Else“.

Es geht los

Durch die Oberlichter in den Fenstern dringt Russgeruch. „Kohle!“ klärt der elfjährige Jan am Nachbartisch auf. Nicht nur weiße Wasserdampfschwaden quellen aus dem Schornstein der Lok, auch schwarze Verbrennungsrückstände. Jan weiß alles über Dampfloks und andere historische Triebfahrzeuge; Mama Caro ist Mitglied im DEW. Jan lehnt sich an das Fenster, reckt sich hoch zum offenen Teil: „Das gefällt mir, wenn ich den Fahrtwind spüre“.

An den Fenstern „kleben“ viele andere Kinder, hochgehoben im Gang vom Papa oder auf einer Bank stehend. Am Kiosk neben dem Speisewagen hängt ein Schild: „Hat Ihr Kind Langeweile? Hier können Sie für ihr Kind Spiele ausleihen.“ Das ist fürsorglich gemeint, wird aber am Sommertag nicht frequentiert. Es gibt im Vorbeifahren so viel zu sehen: Kühe die vor dem lauten Pfeifen des Zuges davonrennen, Hunde, die das Ungetüm anbellen, Auto- und Motorradfahrer, die an den Schranken warten müssen – und etliche Menschen an der Strecke, die mit der Kamera in der Hand oder auf dem Stativ schon auf die Dampf speiende „Else“ warten. Um die Lok in Fahrt vom Inneren des Zuges aus dem Fenster abzulichten, müssen ambitionierte Fotografen die richtige Perspektive, sprich eine Kurve abwarten. Geduld und Muse werden jedoch gern aufgebracht beim gemütlichen Zuckeln durch die Landschaft. Und wenn das richtige Motiv nicht dabei wahr: Die Rückfahrt bietet die zweite Chance. sk

 Bilder auf sn-online.de

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