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Notwehr oder gefährlicher Angriff?

Freispruch vor Gericht Notwehr oder gefährlicher Angriff?

Ein Fall von gefährlicher Körperverletzung hat am Dienstag das Amtsgericht Stadthagen beschäftigt. Ein 39-Jähriger soll einen 43-Jährigen so stark verletzt haben, dass dieser zwei Wochen krankgeschrieben war.

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Quelle: Symbolfoto

Stadthagen. Die Aussagen des Angeklagten und des Geschädigten gingen bei der gestrigen Verhandlung im Amtsgericht Stadthagen jedoch so weit auseinander, dass Richter Andreas Feldhaus nach eigener Aussage letztlich keine Wahl blieb, als den Angeklagten freizusprechen. Überzeugt war er von dessen Version, in Notwehr gehandelt zu haben, jedoch nicht.

Rückblick auf den 10. August 2015: An dem Tag liefen sich die beiden Stadthäger zufällig in der Innenstadt über den Weg. Die beiden hatten sich erst wenige Tage zuvor auf einer Party kennengelernt. Damals soll laut Aussage des Angeklagten der Mann über seine Freundin hergezogen sein und sie als „Schlampe“ beschimpft haben. Dennoch teilten sich die beiden am Ende des Abends ein Taxi. Für diese Fahrt blieb der 39-Jährige dem anderen zehn Euro schuldig. Die forderte der Berufskraftfahrer jetzt zurück.

"Er ist sofort aggressiv auf mich losgegangen"

Der Angeklagte, der während der gestrigen Verhandlung sehr fahrig und unsicher wirkte, will an dem Nachmittag gefragt haben, warum der 49-Jährige „Schlechtes über meine Freundin“ erzählt. „Daraufhin ist er sofort aggressiv auf mich losgegangen“, berichtet der 39-Jährige. Der Zeuge erklärt sein Verhalten damit, sich von dem Schäferhund des anderen bedroht gefühlt zu haben. „Ich wollte mir Respekt verschaffen. Deswegen habe ich ihm gedroht, ihm aufs Maul zu hauen.“ Dann seien beide – eben um die besagten zehn Euro zu holen – zu der Wohnung der Freundin des Angeklagten gegangen.

Soweit stimmen die beiden Versionen, was an diesem Nachmittag vorgefallen ist, noch überein. Doch während der arbeitslose Stadthäger erzählt, dass sein Bekannter ihn während des fünfminütigen Weges weiter beschimpft und auch vor dem Haus randaliert habe, will der andere ruhig vor der Wohnung auf sein Geld gewartet haben.

Das habe er allerdings nie bekommen. Stattdessen sei der 39-Jährige wie ein „Neandertaler mit Keule“ aus dem Haus auf ihn zugestürmt. Er habe Schläge auf den linken Arm, die rechte Hand sowie das linke Bein bekommen, bevor er laut schreiend „den Rückwärtsgang eingelegt“ habe. Zu Hause habe er dann die Polizei angerufen und sei dann aufgrund der Schmerzen ins Krankenhaus gefahren, wo ihm multiple Prellungen und eine Verstauchung des Fingers attestiert worden sind.

Einen Baseballschläger habe er nie besessen

Der 39-Jährige hingegen behauptete, das Überreichen der zehn Euro mit den Worten „Und jetzt verpiss dich hier“ begleitet zu haben, woraufhin der andere auf ihn losgegangen sei. Der Angeklagte, der eine lange Drogenvergangenheit aufweist, will sich nur „mit Armen und Beinen verteidigt“ haben. Einen Baseballschläger habe er nie besessen. Auch die Polizei hatte keine solche Waffe sicherstellen können. Seine Verlobte bestätigte diese Erklärung. Die Prügelei an sich habe sie allerdings nicht beobachtet.

Die Staatsanwältin wertete die Aussage der Zeugin als glaubhaft und glaubte dem Angeklagten, in Notwehr gehandelt zu haben. Richter Feldhaus betonte: „Es war knapp, geht aber zu Ihren Gunsten aus.“ col

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