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Obernstraße dünnt weiter aus

Innenstadt Obernstraße dünnt weiter aus

Die Meldungen über Geschäftsschließungen in der Obernstraße reißen nicht ab. Ende Januar schließt der Geschenkartikelladen Cottage. Das Ende von Zigarren-Bradtmöller ist zwar noch offen – ein Nachfolger wird aber bereits gesucht.

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Stadthagen. „Es tut mir leid, dass das nun so zusammenfällt“, sagt Cottage-Inhaberin Angelika Raabe und spielt damit auf die jüngste Entwicklung in der Obernstraße an. Es handele sich aber um einen Zufall. „Den richtigen Zeitpunkt gibt es nie“, sagt Raabe.

Mit dem Geschäft oder der Lage habe ihr Schlussstrich nichts zu tun, auch an Kundschaft mangele es nicht. „Aus Altersgründen“ hört Raabe auf, die bald 63 wird.

Von ihren Mitarbeiterinnen sei eine kürzlich selbst in Ruhestand gegangen, die anderen seien „untergekommen“. „Da sitzt niemand auf der Straße“, sagt Raabe. Sie selbst wolle jetzt „einfach noch was anderes machen“ und sich in einem Ehrenamt engagieren.

Dass sie einen Leerstand zurücklässt, glaubt Raabe derzeit nicht. Bei den 60 Quadratmetern handele es sich um „einen hübschen kleinen Laden, der bestimmt einen Interessenten findet“.

Noch hat sich aber niemand gemeldet. Raabe hat ihre Pläne erst vor ein paar Tagen bekannt gemacht. 24 Jahre lang hat es Cottage gegeben, fast zehn davon an der Obernstraße.

Bei Ernst Bradtmöller ist mit einem Wechsel zu rechnen

Auch nebenan, an der Obernstraße 51 ist auf längere Sicht mit einem Wechsel zu rechnen. Denn Ernst Bradtmöller, der nächstes Jahr seinen 65. Geburtstag feiert, macht sich schon Gedanken über einen Nachfolger für das Traditionsunternehmen Zigarren-Bradtmöller. Noch sei es nicht akut, beruhigt Bradtmöller seine Kunden, die immer mal wieder fragten, „wie lange ich noch mache“. Einfach wird der Abschied sicherlich nicht, ist der Betrieb doch schon seit 150 Jahren in Familienbesitz.

Angefangen hat Zigarren-Bradtmöller als Zigarrenfabrik. „Bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurden hier noch Zigarren produziert“, erzählt der 64-Jährige. Nachdem das Maschinenverbot für die Produktion jedoch aufgehoben worden sei, sei das Geschäft schwieriger geworden. „Die großen Unternehmen haben die kleinen geschluckt. Und jetzt ist wieder Handarbeit gefragt. So ändern sich die Zeiten.“

 Und die heutige Konkurrenz durch das Internet setzt auch Bradtmöllers Geschäft zu. So gebe es viele Kunden, die Pfeifen und Zigarren online bestellen. „Und vor allem junge Leute spielen auch übers Internet Lotto.“ Dennoch hoffe er, dass der für sein 35 Quadratmeter großes Ladengeschäft jemanden finden werde.

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