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Obstanger: Rot-Grün lässt nicht locker

Spielplatz-Streit Obstanger: Rot-Grün lässt nicht locker

Für Befremden hat in der Verwaltung ein Antrag der rot-grünen Mehrheitsgruppe zum Thema Spielplatz „Am Obstanger“ gesorgt.

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Eine Verlegung des Spielplatzes in Richtung Geothermie-Haus kommt aus Sicht der Verwaltung nicht infrage - nicht zuletzt wegen der Kosten.

Quelle: Archivfoto

Stadthagen. „Auch auf die Gefahr hin, oberlehrerhaft zu wirken“, sagte CDU-Ratsherr Gunter Feuerbach im Ausschuss für Soziales, Sport und Kultur, „jede Fraktion hat das Recht, Anträge zu stellen, unabhängig davon, ob sie klug sind oder nicht.“ Was war passiert?

Die rot-grüne Mehrheitsgruppe wollte von der Verwaltung die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung zur Umgestaltung beziehungsweise Verlegung des Spielplatzes „Am Obstanger“ wissen und hatte gefordert, die daraus resultierende Planung vorzustellen.

„Ich kann den Antrag nicht nachvollziehen“, sagte Bürgermeister Oliver Theiß. Schließlich sei den Anwohnern bereits im Sommer mitgeteilt worden, dass eine Verlegung des Spielplatzes nicht in Betracht komme.

Auch die Begründung des Antrags sorgte für Fragezeichen. „Die derzeitige Spielsituation ist nicht befriedigend. Es besteht Bedarf an der Schaffung von altersgerechtem Spielraum“, hatte die rot-grüne Mehrheitsgruppe geschrieben.

„Was meinen Sie damit genau? Der Spielplatz ist 2007 errichtet worden, die Spielgeräte sind in einem sehr guten Zustand“, erklärte Amtsleiterin Iris Freimann. „In den Gesprächen mit den Bürgern war dies auch nie Thema.“ Vielmehr sei es nur darum gegangen, dass einzelne Anwohner sich durch den Kinderlärm belästigt fühlen. „Das zeigt, dass der Spielplatz sehr wohl angenommen wird.“

Auch die Kritik von SPD-Ratsherr Thomas Pawlik an der Informationspolitik der Verwaltung wollte Bürgermeister Theiß nicht stehen lassen. „Wir haben uns intensiv mit dem Problem befasst und standen mit den Bürgern immer im Dialog. Es gibt vier Personen, die am Spielplatz wohnen, und die immer noch weiter machen mit diesem Druck“, sagte Theiß. „Dabei haben sie ihre Grundstücke in dem Wissen gekauft, dass dort ein Spielplatz geplant ist.“

Obwohl die Verwaltung keineswegs dazu verpflichtet sei, habe man die Option geprüft, den Spielplatz zu verlegen. Eine Umsetzung in Richtung des etwa 50 Meter entfernten Geothermie-Hauses sei jedoch aufwendig und teuer, da im Untergrund die Rohrleitungen des Heizhauses verlaufen. Auch die benachbarte Fläche scheide aus, weil diese für einen möglichen neuen Kindergarten vorgehalten werden soll.

WIR-Ratsfrau Gundi Donjes bekam „Schnappatmung“ bei dem Gedanken, wegen Beschwerden über Kinderlärm einen Spielplatz zu verlegen, nicht zuletzt angesichts der desolaten Haushaltslage. ber

Verzettelt

Ein Kommentar von Matthias Berger

Bei der Diskussion um die Verlegung des Spielplatzes am Obstanger hat sich die rot-grüne Mehrheitsgruppe verzettelt. SPD und Grüne tun gut daran, bei ihrem Bestreben nach einer bürgernahen Politik nicht die Interessen einzelner Bürger vor das Gemeinwohl zu stellen.
Dass ein Spielplatz auch von Kindern bespielt wird, liegt im Interesse des Erfinders – nämlich des Stadtrates, der dem Bau zugestimmt hat. Und dass es dabei nicht geräuschlos zugeht, liegt in der Natur der Kinder. Wer es nicht erträgt, lachende, johlende und mitunter auch schreiende Kinder zu hören, sollte nicht unmittelbar neben einen Spielplatz ziehen. Dies war den Anwohnern nach Aussage des Bürgermeisters schließlich vorher bekannt.
Befremdlich ist auch die Begründung des Antrages. Denn mit der Formulierung „die derzeitige Spielsituation für Kinder und Jugendliche ist nicht befriedigend“ wird der Eindruck erweckt, es gehe um die Interessen der Kinder. Unbefriedigend ist die Situation vielmehr für einzelne Anwohner, die laut Theiß „in dem Quartier isoliert sind“.
Angesichts der desolaten Haushaltslage eine kostspielige Verlegung des Spielplatzes in Erwägung zu ziehen, ist vor diesem Hintergrund hanebüchen.

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