Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Ölspur führt Polizei direkt zum Täter

Stadthagen / Promillefahrt Ölspur führt Polizei direkt zum Täter

Drei Haare und Blutspuren haben einen Stadthäger (40) überführt, der nach einem Unfall auf der Ampelkreuzung Teichstraße/Lauenhäger Straße mit fast 1,6 Promille Alkohol im Blut geflüchtet war.

Voriger Artikel
Abgeleitet
Nächster Artikel
Nabu: Stadt nimmt Schäden in Kauf
Quelle: Symbolfoto

Stadthagen. Eine Spur aus Öl und anderen Flüssigkeiten hatte die Polizei direkt zur Wohnung des Mannes geführt. Mit einer Beule am Kopf öffnete der Verdächtige den Beamten die Tür.
An der zersplitterten Windschutzscheibe seines Dienstwagens fanden sich Haare und Anhaftungen von Blut. Eine DNA-Untersuchung brachte den Beweis, dass er der Unfallfahrer war.

Das Amtsgericht in Stadthagen hat den 40-Jährigen gestern zu einer Geldstrafe von 2000 Euro verurteilt. Hinzu kommt eine Führerscheinsperre von weiteren sechs Monaten. Da kommt einiges zusammen: vorsätzliche Trunkenheit im Straßenverkehr, Unfallflucht, fahrlässige Körperverletzung und Gefährdung des Straßenverkehrs, um genau zu sein. Ein anderer Autofahrer, mit dem der Verursacher an jenem Abend im Mai 2013 nahezu frontal zusammengestoßen war, hatte ebenfalls leichte Verletzungen erlitten.

„Zu Hause hatte sich mein Mandant ins Bett gelegt. Für ihn war damit alles erledigt“, so Verteidiger Paul Behnke. „Die Ölspur hat ihn Kopf und Kragen gekostet. C’est la vie.“ So ist das Leben. Für die Promillefahrt muss der Stadthäger, der weder vorbestraft ist noch Punkte im Flensburger Verkehrsregister hat, einen hohen Preis zahlen. Seinen damaligen Job hat der Angeklagte verloren, weil er betrunken mit einem Firmenwagen unterwegs war. Um die neue Arbeitsstelle bangt er.

Anwalt Behnke beschreibt ihn als „absolut zuverlässig – auch im persönlichen Bereich“. Dass sich der Angeklagte „durch die Tat massiv selbst geschädigt“ habe, berücksichtigte Richter Kai Oliver Stumpe ebenso zugunsten des 40-Jährigen wie dessen Geständnis, getragen von Reue. Außerdem geht Stumpe davon aus, dass der Unfallfahrer wegen seines Alkoholpegels von 1,56 Promille nicht voll schuldfähig war.

Bei 1,6 Promille oder mehr hätte der Stadthäger übrigens zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) gemusst, besser bekannt als „Idiotentest“. Am Abend des 15. Mai hatte der Stadthäger aus Frust über die „sehr, sehr schmutzige“ Trennung von seiner Frau einen über den Durst getrunken und sich nach dem Kneipenbesuch trotzdem noch hinters Steuer gesetzt. Gegen 22 Uhr krachte es, der Stadthäger stieß mit dem Kopf gegen die Windschutzscheibe, bevor er Hals über Kopf flüchtete.

„Es tut mir von Herzen leid“, erklärte er vor Gericht. „Ich habe noch nie jemanden verletzt.“ Für ihn selbst seien „der Unfall und die Vorwürfe ein Höllentrip“ gewesen, „der absolute Albtraum“. Zumindest der Albtraum, als Angeklagter vor Gericht zu stehen, hat nun ein Ende, denn das Urteil ist bereits rechtskräftig.  ly

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg