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Offenere Räume schaffen

Zweites „Forum Innenstadt“ Offenere Räume schaffen

Die Stadthäger Fußgängerzone von Ausstattungsgegenständen entrümpeln und offenere Räume schaffen – das ist der Grundansatz von Klaus Schulze bei der Erarbeitung eines Gestaltungskonzeptes für die Fußgängerzone. Erste Ideenskizzen stellte er im zweiten „Forum Innenstadt“ etwa 30 Bürgern vor.

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Planer Klaus Schulze empfiehlt, auf den Marktplatz-Brunnen zu verzichten und eine großzügigere Raumatmosphäre zu schaffen.

Quelle: rg

Stadthagen. Der Diplom-Ingenieur vom Büro B.S.L. Landschaftsarchitekten (Soest) schlug unter anderem vor, den „wundervollen großen Marktplatz, ein Pfund, mit dem Sie stärker wuchern sollten“, in wesentlichen Punkten umzugestalten. So schwebt dem Experten vor, die Höhenunterschiede inklusive der Stufen zu beseitigen und konsequent eine ebene Fläche zu schaffen. Auf den Brunnen mit der ihn umgebenden Möblierung würde Schulze verzichten: „Der teilt nur den Platz ungut in zwei Hälften.“ Beseitigt gehören seiner Meinung nach auch „diese Betondinger, deren Sinn mir nicht einleuchtet“.

 Schulze legte auf dieser Basis vier Varianten für die Marktplatz-Gestaltung vor. Eine weist zum Beispiel einen Hain kleinerer Bäume mit einem anschließenden Wasserspiel im westlichen Teil des Platzes auf. Eine andere Spielart sieht eine lange Reihe von Bäumen mit Bänken in der Mittte des Platzes vor. Auch die Verwendung eines auffallend hellen Pflasters ist Teil der vorgeschlagenen Optionen: „Das schafft eine luftigere Atmosphäre und lässt die Fassaden ganz anders zur Geltung kommen.“

Bürgersteige verbreitern

„Hohe Priorität“ sollte nach Überzeugung von Schulze eine attraktivere Gestaltung der fußläufigen Verbindung vom Markt zu Hagemeyer genießen. Hier schlägt der Experte eine drastische Verbreiterung der Bürgersteige bei einer schmaleren Fahrbahn vor. Der Blick vom Kaufhaus zum Marktplatz soll laut Schulze möglichst nicht durch Bäume verstellt sein.

 Die Obernstraße stellt sich der Experte „viel aufgeräumter“ vor. Er präsentierte eine Skizze, bei der die Bäume, Sitzbänke, Papierkörbe und Laternen konzentrierter in einer kompakten Form platziert sind. Blumenkübel hält Schulze eher für überholt. Die Pflasterung in der Mitte legt Schulze breiter an. Ähnlich sieht er die Umgestaltung der Marktstraße.

 In den Arbeitsgruppen, die auf den Vortrag folgten, zeigte sich, dass die anwesenden Bürger dem Grundansatz des Experten viel abgewinnen konnten. Differenzen gab es im Detail, so wurde etwa über das helle Pflaster diskutiert. Die Anregungen der Bürger fließen in die weitere Planung und später in die politische Willensbildung ein – das ist der Sinn des „Forums Innenstadt“. Bürgermeister Oliver Theiß kündigte an, ein weiteres Forum mit noch offenem Thema werde im Herbst stattfinden. ssr

Handel im Kernbereich stärken

Erste Zwischenergebnisse der Erstellung eines Einzelhandelsstrukturkonzepts stellte Rolf Junker vom Fachbüro „Junker + Kruse – Stadtforschung und Planung“ (Dortmund) auf dem Forum vor. Eine zentrale Empfehlung: Der Einzelhandel sollte besonders im Kernbereich Markstraße, Markt und Obernstraße gestärkt werden. Wichtig sei dabei eine bessere Anbindung des Kaufhauses Hagemeyer an den Marktplatz.

Die Bereiche Niedernstraße und Echternstraße seien hingegen in Teilen eher für Dienstleistungen geeignet. Im nördlichen Teil der Altstadt sollte das Wohnen dominieren. Junker wörtlich: „Ich empfehle, sich in Richtung dieser neuen Struktur zu bewegen und nicht etwas zu pflegen, was schon nicht mehr lebt, das führt nicht zum Ziel.“ Junker merkte auch an, dass die Discounter im Erdgeschoss des Rathauses „keine glückliche Lösung“ seien. Überhaupt müsse im Bereich Rathauspassage/Hundemarkt „umgedacht werden“. Zudem fügte er an, dass „im gastronomischen Bereich mehr passieren könnte“.  ssr

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