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Optimaler Auftakt im Ausweichquartier

622. Historisches Schützenfest Optimaler Auftakt im Ausweichquartier

Die bereits tief stehende Sonne strahlt durch die Obstbäume, unter denen die Jungen Bürger ausgelassen feiern. Als Notlösung kann das Ausweichquartier zum Auftakt des 622. Historischen Stadthäger Schützenfestes wahrlich nicht bezeichnet werden: Super Wetter und super Stimmung am Landsberg‘schen Hof.

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Dieses Jahr führt die Marschroute beim Historischen Schützenfest über den Wall.

Quelle: sk

Stadthagen.  Und hinter Blumenrabatten lassen es sich Gäste des Platzkonzertes an den Getränkeständen gut gehen: Als Notlösung kann das Ausweichquartier zum Auftakt des 622. Historischen Schützenfest wahrlich nicht bezeichnet werden.

Weil das Stadtgartencafé noch nicht wieder hergerichtet ist, hatte das Festkomitee beschlossen, das Treffen der Jungen Bürger in den Landsberg‘schen Hof zu verlegen. „Ist aber auch nicht schlecht hier“, untertreibt ein Ehepaar spontan beim Hereinschlendern in den Hof.

„Wir stehen auf und setzten uns wieder!“, kommandiert Rottmeister Christian Meier seine mehr als 90 Mannen. Die Jungen Bürger belegen zwei Bankreihen im Baumschatten und lassen sich gern zur frühabendlichen Gymnastik animieren.

Diese stößt auf ein weibliches Echo. Im Gras haben es sich die Rottmädels der Jungen Bürger bequem gemacht und ahmen den Spaß der jungen Männer nach – bis sich die „Beustertaler“ mit Alt-Berliner Blasmusik nähern: „Denkste denn, denkste denn, du Berliner Pflanze, denkste denn, ich liebe dir, weil ich mit dir tanze?“Mit dem Tanzen haben es die Jungen Bürger nicht so, sie sind aber stimmlich gut drauf. „Winni, winni!“, intonieren die Männer, fordern dann aber: „Tuba, Tuba!“

Die Stunden verfliegen. Auf dem Schulhof sammeln sich schon bald die Chargierten und der Spielmannszug. Dann geht es auf neuer Route über den Wall und den Amtspfortenkreisel Richtung Marktplatz. Dort feiern dicht gedrängt Stadthäger und Gäste den Schützenfestauftakt mit einer Open-Air-Fete. Livemusik liefert die Band Razzle Dazzle.

Abschied nach 35 Jahren

Vor dem Ratskeller steht – kurz bevor Major und Adjutant zu Pferd sowie die Chargierten und Jungen Bürger zu Fuß den Markt erreichen – Wolfgang Barembruch. Noch im vergangenen Jahr zählte der 67-Jährige zum Trupp der Einmarschierenden. 35 Jahre hat der Stadthäger die Fahne der Dritten Quartierschaft getragen. Für Barembruchs jahrzehntelanges Engagement als Chargierter bedankt sich beim Empfang des Bürgermeisters im Ratskellersaal Festkomitee-Mitglied Michael Hoyer mit einem Präsent. Der scheidende Chargierte ist sichtlich gerührt, erklärt mit Tränen in den Augen, an was er sich am liebsten erinnert: „Der Zapfenstreich ist das Schönste, was einem passieren kann.“

Heute wird Wolfgang Barembruch (Bild, Mitte) wie viel hundert Schützenfreunde morgens im Rott feiern.

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