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PLSW zieht geplante WGs zurück

Wohnprojekt geplatzt PLSW zieht geplante WGs zurück

Die Enttäuschung ist riesengroß gewesen: Am Donnerstagabend sind die Eltern von zwölf mehrfach schwerstbehinderten Menschen von der Paritätischen Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland (PLSW) darüber informiert worden, dass das geplante Wohnprojekt nicht zustande kommt. Eine Alternative gibt es nicht.

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Im Erdgeschoss des PLSW-Neubaus an der Enzer Straßen wird nun erst mal ein Leerstand entstehen.

Quelle: tbh

STADTHAGEN. Wie berichtet hat die PLSW an der Enzer Straße eigens für rund vier Millionen Euro einen Gebäudekomplex errichtet, in dem erwachsene Behinderte ab kommenden Oktober in einem Pilotprojekt in Wohngemeinschaften leben sollten. Geplant waren zwei ambulant betreute WGs mit je acht mehrfach schwerstbehinderten Bewohnern. Doch daraus wird nun nichts. „Die Eltern waren überrascht, sehr enttäuscht und müssen die Neuigkeit erst mal verdauen“, schildert PLSW-Geschäftsführer Peter Stuart.

Die Entscheidung, auf das Projekt zu verzichten, sei den PLSW-Verantwortlichen nicht leicht gefallen, räumt Stuart ein. Schließlich seien eine Menge Energie und Geld hineingesteckt worden. Aber: „Zu unserem allergrößten Bedauern gibt es keine Alternative zu der nun getroffenen Entscheidung.“

Grund sind gesetzliche Änderungen

Der Grund für das Aus liegt nach Darstellung des Geschäftsführers in gesetzlichen Änderungen, die zu Jahresbeginn durch das neue PflegestärkungsgesetzIII und das neue Bundesteilhabegesetz in Kraft getreten sind. Diese Änderungen hätten bei der PLSW zu der Einschätzung geführt, dass die Pflegekassen aller Wahrscheinlichkeit nach die Kosten für dieses spezielle Wohnmodell nicht übernehmen würden. Zwar hätte sich das letztendlich erst im Laufe einer künftigen Umsetzung herausgestellt, erläutert Stuart.

Doch nach Konsultation von Rechtsanwälten sei man zu dem Schluss gekommen, dass der Grad der Wahrscheinlichkeit für die Nichtübernahme der Kosten so erheblich sei, „dass das Risiko für uns zu hoch wäre“. Denn ohne Unterstützung der Pflegekassen lasse sich das Wohnprojekt für die PLSW „nicht wirtschaftlich führen“. Im Kern lasse sich das Problem auf den Nenner bringen, dass die neue Gesetzgebung die Finanzierung eines ambulant betreuten WG-Modells für mehrfach schwerstbehinderte Menschen durch einen Kostenträger nicht vorsieht, bilanziert Stuart. Fünf der zwölf für das WG-Projekt angemeldeten Behinderten leben derzeit bei ihren Eltern, weitere sieben in Pflegeheimen.

Einstellungen kurzfristig abgesagt

Betreut worden wären die Behinderten von Kräften des noch in Gründung befindlichen Ambulanten Pflegedienstes des Paritäters Schaumburg. Nach Auskunft von Stuart werden die dafür schon eingestellten Mitarbeiter anderweitig in der ambulanten Pflege des Paritäters eingesetzt. Zwei weiteren Fachkräften, denen eine Einstellung avisiert worden war, habe allerdings kurzfristig abgesagt werden müssen.

Das für die beiden WGs vorgesehene Erdgeschoss des nagelneuen Gebäudekomplexes an der Enzer Straße 52 wird also nach Auskunft von Stuart „erst mal leer stehen“. Der PLSW entgehen dadurch entsprechend Mieteinnahmen. Die PLSW-Leitung werde sich nun „intensiv damit beschäftigen, eine andere Nutzung zu finden“. Die Einrichtung sei so breit aufgestellt, dass dies sicher möglich sein werde, so Stuart: „Ich bin ganz sicher, dass wir da keinen Leerstand auf Dauer haben, sondern einen anderen Verwendungszweck finden werden.“

Das Obergeschoss des Gebäudes mit seinen zwölf Wohnungen für Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen ist nach Angaben von Stuart fast vollständig vermietet.  ssr

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