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Parteien ärgern sich über WGS

„Sicher, dass die Wähler sich nicht verschaukeln lassen“ Parteien ärgern sich über WGS

Verwundert, aber eher gelassen reagieren die Stadthäger Fraktionsspitzen auf die Kandidatenliste der Wählergemeinschaft Schaumburg (WGS) für den Kreistag.

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Symbolbild

Quelle: dpa

STADTHAGEN. Nenndorfer, Rodenberger und vor allem Rintelner lässt die WGS in der Kreisstadt für sich antreten (wir berichteten) – aber keine Stadthäger.

„Grundsätzlich finden wir es besser, wenn Kandidaten dort antreten, wo sie ihren Lebensmittelpunkt haben“, sagt Jan-Philipp Beck. Bei der SPD sei das auch der Fall, erklärt der Sprecher der Gruppe aus Sozialdemokraten und Grünen im Stadtrat. Die Grünen haben zudem zwei Kandidaten aus Stadthagen und eine Frau aus Niedernwöhren auf ihrer Liste stehen.

Beck vermutet „eine taktische Sache“ hinter dem Verhalten der WGS. Bei mehreren Kandidaten könnten sich deren persönliche Kontakte summieren, was wiederum mehr Stimmen bedeuten würde.

Allerdings bezweifelt der Sozialdemokrat, dass dieser Plan aufgeht und es der WGS gelingt, „Stimmen wegzunehmen“. Kandidaten, die im Wahlbereich wohnen, seien näher an den Problemen vor Ort und könnten diese im Kreistag besser vertreten. Beck: „Ich bin überzeugt, die Stadthäger werden sich sehr genau ansehen, wen sie wählen.“

Keine ernsthaften Konsequenzen befürchtet

„Rein rechtlich“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Heiko Tadge für die CDU, „gibt es da natürlich nichts zu beanstanden.“ Er selbst halte den Kandidaten-Coup der WGS aber für Wählertäuschung. Gerade WGS-Mann Heinrich Sasse habe im Kreistag immer wieder gezeigt, dass der Schwerpunkt der Wählergemeinschaft „eindeutig auf Rintelner Interessen“ liege.

Der Landkreis komme an zweiter Stelle. „Andere Städte und Gemeinden genießen eher Priorität drei“, sagt Tadge. Insofern sei auch „klar“, was die WGS mit ihren vielen Rintelner Kandidaten vorhabe.

Ernsthafte Konsequenzen befürchtet Christdemokrat Tadge aber nicht. „Ich bin mir sicher, dass die Wähler sich nicht verschaukeln lassen“, sagt er.

Etwas Verständnis für die WGS zeigt Richard Wilmers, der mit WIR selbst einer Wählerinitiative vorsteht. „Wir stellen auch zum Beispiel in Rinteln einen Stadthäger auf, damit man uns dort wählen kann, wo wir sonst niemanden haben“, erklärt Wilmers. Allerdings, schränkt der WIR-Vorsitzende ein: „Eine Person reicht völlig aus.“

Das Gebaren der WGS könne er nicht nachvollziehen. Was Wilmers nicht sieht, ist die Gefahr eines Rintelner Übergewichts im Kreistag. „Es werden bei der Wahl ohnehin nicht alle Erwartungen erfüllt werden“, gibt er zu bedenken.

Die WGS tritt in Stadthagen und Niedernwöhren mit der für ihre Größe ungewöhnlich hohen Zahl von neun Kandidaten an. Ein ähnliches Bild zeigt sich in den Wahlbereichen 3 (Bückeburg, Samtgemeinde Eilsen) und 5 (Obernkirchen, Gemeinde Auetal, Samtgemeinde Nienstädt). Auch in diesen stammt das Gros der WGS-Kandidaten aus Rinteln, wo die Wählergemeinschaft traditionell sehr stark auftritt und wo sie Mitte der sechziger Jahre auch gegründet wurde. jcp

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