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Pastorin klagt gegen Landeskirche

Antrag auf Unwirksamkeit Pastorin klagt gegen Landeskirche

Die frühere Stadthäger Pastorin Ti Thien Huong Nguyen-Fürst führt vor dem Arbeitsgericht Hameln Klage gegen die Landeskirche Schaumburg-Lippe. In der ersten Verhandlung vor der 3.Kammer des Arbeitsgerichtes stellte sie am Freitag einen Antrag auf Unwirksamkeit der Befristung ihres Vertrages.

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Klage gegen die Landeskirche Schaumburg-Lippe: die frühere Stadthäger Pastorin Ti Thien Huong Nguyen-Fürst stellt vor dem Arbeitsgericht Hameln einen Antrag auf Unwirksamkeit der Befristung ihres Arbeitsverhältnisses.

Quelle: Dana

Stadthagen/Hameln. Der auf zwei Jahre befristete Arbeitsvertrag der Theologin war wie berichtet im vergangenen Herbst nicht verlängert worden. Das hatte in der St. Martini-Gemeinde und auch darüber hinaus für erhebliche Empörung gesorgt. Eine Entscheidung fiel noch nicht, die Kammer vertagte sich auf den 30. August.

Die Rechtsanwältin der Pastorin, Mira Gathmann (Bremen), bekundete unter Berufung auf das Pfarrerdienstgesetz, für die erste Anstellung einer Theologin nach ihrer Ausbildung habe eine dreijährige Probezeit zu gelten. Das sei auf Nguyen-Fürst zweifelsfrei anzuwenden. Daher sei die Befristung des Arbeitsvertrages auf zwei Jahre von vorne herein nicht rechtens gewesen und daher unwirksam. Der Antrag von Nguyen-Fürst ziele auf Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses.

Landeskirche beruft sich auf privatrechtlichen Arbeitsvertrag

Dem hält die Landeskirche entgegen, im Falle von Nguyen-Fürst sei auf der Grundlage des Teilzeit- und Befristungsgesetzes eine befristete Anstellung und dessen Beendigung nach zwei Jahren unproblematisch möglich gewesen. Es habe sich nämlich um einen privatrechtlichen Arbeitsvertrag gehandelt, weswegen das Pfarrerdienstgesetz der Befristung nicht entgegenstehe.

Gathmann: Die Bezahlung steht ihr zu

Des Weiteren klagt Nguyen-Fürst auf eine aus ihrer Sicht angemessene Vergütung ihrer geleisteten Arbeit. Sie habe unberechtigterweise ein deutlich geringeres Gehalt bekommen als für Pastoren in vergleichbarer Position üblich. In Rede steht bei diesem Streitpunkt unter anderem die Tatsache, dass Nguyen-Fürst ihr theologisches Examen nicht an einer Universität, sondern an der Fachhochschule für Interkulturelle Theologie in Hermannsburg absolviert hat. Vor Gericht wies Gathmann darauf hin, dass in der Landeskirche drei Pastoren mit derselben Ausbildung, jedoch einem höheren Gehalt beschäftigt sind. Insofern stehe ihr dieselbe Bezahlung zu. Der die Landeskirche vertretende Rechtsanwalt Werner Siebert (Hannover) zeigte sich vor Gericht von dem Hinweis auf die anderen Pastoren überrascht.

Auf die Frage des Richters, ob Bereitschaft zu einem Vergleich besteht, verneinten beide Seiten das zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Weil es sich bei der ersten Verhandlung um einen sogenannten Gütetermin handelte, bei dem auf einen Vergleich abgezielt wird, kam es zu keinem Urteil. Der Richter äußerte sich auch nicht zur Sache. Insofern wurde auch der neue Verhandlungstermin festgesetzt. Bis zu diesem müssen beide Seiten ihre Rechtspositionen noch einmal detaillierter erläutern. Ein arbeitsrechtliches Verfahren eröffnet für die Beteiligten im Übrigen aber jederzeit die Möglichkeit, sich doch gütlich zu einigen. ssr

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