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Personalräte: Gymnasiallehrer chronisch überlastet

Unmut über zusätzliche Unterrichtsstunde Personalräte: Gymnasiallehrer chronisch überlastet

Im Konflikt um eine Unterrichtsstunde Mehrarbeit für Gymnasiallehrer haben sich Personalräte der Stadthäger Gymnasien zu Wort gemeldet. Ihre zentrale Botschaft: Aufgrund einer spürbar angestiegenen Aufgabenfülle stelle sich eine Situation chronischer Überlastung dar.

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Quelle: Julian Stratenschulte / dpa

Stadthagen. Die Verpflichtung, statt wie bisher 23,5 nunmehr 24,5 Unterrichtsstunden pro Woche erteilen zu müssen, bringe das Fass zum Überlaufen.

Zu den im Vergleich zu früher zusätzlichen Aufgaben zählt nach den Worten von Thomas Schmidt, Personalrat am Wilhelm-Busch-Gymnasium (WBG), die Lernfortschritte eines jeden Schülers umfangreich zu dokumentieren. Darin zeige sich „eine Bürokratisierung des Schulalltags“, die für die Lehrer enorm viel Arbeit verursache, sagte Schmidt.

Zu einem erhöhten Anforderungsprofil trage auch bei, dass „viele Elternhäuser ein sehr hohes Anspruchsdenken an Lehrer haben“, wie Dagmar Bindernagel vom Personalrat des Ratsgymnasiums bemerkte. Viel häufiger als früher üblich werde der Kontakt zu Lehrern gesucht, und sei es per E-Mail oder abends telefonisch.

Konfrontiert würden Gymnasialpädagogen immer öfter „mit erzieherischen Problemen, die Schüler aus den Elternhäusern mitbringen“, stellte Helge Krzykowski (WBG) fest: „Hier geht es regelrecht um eine psychosoziale Lernbegleitung, die viel Zeit und Kraft erfordert.“ In etlichen Fällen stelle sich die Aufgabe, „in die Familien beratend hinein zu wirken“. Das gehe bis hin zu Kontakten mit dem Jugendamt. In einzelnen Fällen gerieten Lehrer „fast in die Rolle von Ersatzeltern“, konstatierte Krzykowski.

Nicht zuletzt aufgrund der Inklusion werde die Leistungsspanne in den Klassen immer breiter, erläuterte Wolfram von Kossack (WBG). Daraus resultiere die Anforderung, den Schülern entsprechende Aufgabenstellungen auf unterschiedlichem Niveau zu präsentieren. Das erfordere auch eine aufwendigere Abstimmung der in einer Klasse eingesetzten Kollegen untereinander.

Ein deutlich höherer Zeitaufwand als früher sei für die Korrektur von Klausuren und Abi-Arbeiten einzusetzen, fuhr von Kossack fort. Das reiche in Zweifelsfällen bis hin zu kleinen Gutachten, wieso eine bestimmte Note zustande gekommen sei. „Alles muss heutzutage rechtssicher formuliert sein“, setzte von Kossack hinzu.

Ein untrügliches Indiz für die chronische Überlastung ist nach den Worten von Bindernagel die Tatsache, dass immer mehr Gymnasiallehrer unter Verzicht auf Einkommen die Arbeitszeit reduzieren, „weil sie die Belastung sonst einfach nicht mehr aushalten“. ssr

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